Lohstraße steht als Allee inzwischen unter Schutz

Naturschutz vor Barrierefreiheit: Linden in Halver sollen bleiben

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Die Lohstraße steht nun unter Naturschutz.

Halver – Weil drei Linden an der Lohstraße inzwischen unter Naturschutz stehen, soll ein früherer Beschluss sie zu fällen, zurückgenommen werden.

An der Lohstraße sollten vor den Häusern 14 bis 16 drei Linden entfernt werden. So hatte es der Ausschuss für Planung und Umwelt am 3. April dieses Jahres bei zwei Gegenstimmen beschlossen. Dieser Beschluss soll nun in der nächsten Sitzung des Ausschusses am kommenden Dienstag, 24. September, rückgängig gemacht und nach einer Alternative zur Fällung gesucht werden.

Die Entfernung der Bäume hatte ursprünglich der Eigentümer des Hauses Lohstraße 14 angeregt und dabei darauf hingewiesen, dass die Bäume eine Nutzungseinschränkung für sein Grundstück darstellten und die Benutzung des Gehwegs stark einschränkten. Zu diesem Ergebnis gelangte auch der Ausschuss bei einem Ortstermin und sah auf dem Gehweg die Verkehrssicherungspflicht verletzt.

Kurzfristig ließ sich die Fällung allerdings nicht umsetzen, da das Umweltamt des Märkischen Kreises dem nicht zustimmte: Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt Baumfällungen nur zwischen Oktober und Februar. Die Fällung wurde im Folgenden für den Oktober 2019 eingeplant. „Als Interimslösung zur Verkehrssicherung und zur Überbrückung des Zeitraums bis Oktober wurden vom städtischen Bauhof die ,Stolperfallen’ in den Baumbereichen im Rahmen der eigenen Möglichkeiten provisorisch geglättet. Barrierefreiheit konnte damit nicht erreicht werden“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage.

Lohstraße neu im Alleenkataster NRW

Nun muss eine komplett andere Lösung gefunden werden, denn eine Fällung scheidet aufgrund der geänderten Sachlage aus. Inzwischen wurden die Bäume der Lohstraße vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) in das Alleenkataster NRW aufgenommen. Zuvor hatten Halveraner Bürger einen entsprechenden Antrag gestellt. Damit steht die Lohstraße zwischen den Einmündungen Ringstraße und Am Mühlenberg unter Naturschutz.

„Die Beseitigung von Alleen, sowie Handlungen, die zu deren Zerstörung, Beschädigung oder nachteiligen Veränderungen führen können, sind verboten“, erläutert Sandra Schöttler vom Sachgebiet Naturschutz und Landschaftspflege beim Märkischen Kreises in einem Schreiben an die Stadt Halver.

Ausnahmen von diesem Verbot seien nur Maßnahmen, die aus zwingenden Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich sind und für die keine anderen Maßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit erfolgreich durchgeführt werden könnten. Eine Befreiung vom Fällverbot könne zudem wegen überwiegenden öffentlichen Interesses erteilt werden oder wenn die Durchführung der Vorschrift zu einer unzumutbaren Belastung führen würde.

„Eine Befreiung kann jedoch nach aktuellem Sachstand nicht in Aussicht gestellt werden“, heißt es in dem Schreiben des MK. Diese Einschätzung teilt auch die Stadtverwaltung, unabhängig vom Ausgang eines Ortstermins, der mit der Naturschutzbehörde des Märkischen Kreises geplant sei.

Laut Beschlussvorschlag soll die Verwaltung deshalb damit beauftragt werden, eine Alternative zur Baumfällung zu erarbeiten, und der Beschluss zur Fällung aus dem April aufgehoben werden.

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