Bericht aus Afrika zieht Schüler in den Bann

Andreas Wörster zeigte den Erstklässlern nicht nur Fotos, sondern hatte auch Spielzeug aus Afrika ins Forum der Grundschule „Auf dem Dorfe“ mitgebracht. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Andreas Wörster hat bereits viele Vorträge über die Arbeit des Vereins „Utho Ngathi“ gehalten. „Insgesamt werden es in den vergangenen vier Wochen circa 30 gewesen sein“, sagt der gelernte Physiotherapeut, der am Samstag wieder in den Süden Afrikas zurück fliegt. Doch der Termin, den er am Donnerstag in der Grundschule „Auf dem Dorfe“ wahrnahm, war ein besonderer.

Knapp 80 Erstklässler waren im Forum der Schule erschienen, um sich über die Arbeit von „Utho Ngathi“ zu informieren. Dass Wörster in Halver von seiner Arbeit berichtet, ist dabei nichts Ungewöhnliches – schließlich ist er seit 1998 jährlich in der Stadt im Grünen zu Gast –, dass seine Zuhörer so jung sind, schon. Und doch gelang es dem Referenten durch die ihm eigene, lebhafte Art des Erzählens, die Kinder in seinen Bann zu ziehen. Sie für die Schönheit Afrikas zu begeistern und zugleich auf die großen Probleme dieses Kontinents hinzuweisen.

Der Siegener Entwicklungshelfer lebt seit 21 Jahren in Afrika, war dort zunächst als Physiotherapeut im Auftrag des CVJM aktiv, ehe er sich 1998 der Projektarbeit widmete. Nun hilft er geistig und körperlich behinderten Menschen in Sambia und Südafrika, deren Schicksale für Westeuropäer mitunter unglaublich erscheinen. Allein die Bereitstellung eines Rollstuhls kann das Leben der Betroffenen vor Ort immens verbessern. Das und mehr erfuhren auch die Erstklässler der Grundschule, die eben nicht nur über die von Wörster mitgebrachten Fotos von schönen Landschaften und exotischen Tieren staunten, sondern sich auch betroffen zeigten bei der Erzählung über alte Menschen, die ohne Rollstuhl jahrelang in ihren Hütten liegen, von einem Jungen, dessen Fußfehlstellung ein normales Leben unmöglich gemacht hatte – bis Utho Ngathi eine Operation ermöglichte.

Körperlich und geistig behinderten Menschen in den armen ländlichen Gebieten Südafrikas neuen Lebensmut geben, sie in die Gesellschaft integrieren, das sind die Ziele von Andreas Wörster und seinem Partner Masauso Phiri, der erstmals in diesem Jahr nicht in Halver vor Ort sein konnte, da er in Afrika gebraucht wurde. Seit 1998 werden Wörster und Phiri bei ihrer Arbeit von Schulen im Sauer- und Siegerland unterstützt – dazu zählt auch die Grundschule „Auf dem Dorfe“, deren Schüler das Projekt regelmäßig auf verschiedenste Weise finanziell fördern. Über die Jahre hat sich zudem eine ganz besondere Verbindung zwischen Grundschule und „Utho Ngathi“ entwickelt: Lehrerin Simone Haase ist mittlerweile die Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins. ▪ Frank Zacharias

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare