„Begegnung mit Leben gefüllt“

HALVER ▪ Es war ein Abend der Offenbarung tiefer Gefühle. Getanzte Lebensfreude auf der Bühne, totale Begeisterung im Zuschauerraum und am Schluss ein nicht enden wollendes Bekenntnis gegenseitiger Zuneigung und Freundschaft. Der Ausklang des zwölftägigen Besuches der israelischen Tanzgruppe Hora Aviv Pardess Hanna Karkur am Donnerstagabend in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums ließ auch jene nicht unberührt, die nicht in den Austausch eingebunden waren und „nur“ die letzte Aufführung der jungen Gäste genießen wollten.

Die „mit Leben gefüllte“ elfte Begegnung in Halver war eine ganz besondere, wie Klaus Böcker, Gründungsvater des Jugendaustausches zwischen der Stadt Halver und der israelischen Tanzgruppe und in der Sache sehr engagiert, in seiner Ansprache erklärte. Zum ersten Mal war Yoni Hakimi nicht mehr als Leiter der Gruppe dabei, erstmalig „musste, nach langen Jahren, Andrea (Reich) mich nicht mehr im Rathaus ertragen“ und erstmalig „konnte ich stressfrei dabei sein“, so der Pensionär.

Auch bei den Gästen hat es einen Generationswechsel gegeben. Die neue Tanzgruppe, 23 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren, war komplett zum ersten Mal in Halver, lediglich zwei der Betreuer waren vor zehn Jahren bereits dabei. Gazit Yarden ist die neue Managerin, Assat Noy sowie Roni Rubinstein-Gelpert zeichnen für die Choreographie verantwortlich, und Miri Shubinski ergänzte das Programm mit einem Sologesang. Für das Verständnis der Zuschauer sorgte Karl-Heinz Burghof mit einer lockeren Moderation und für die Übersetzung Tal Kaizman aus Köln.

Gazit Yarden bedankte sich für eine herzliche, offene und sehr sensible Aufnahme auf deutscher Seite, und eine total aufgewühlte und zu Tränen gerührte Andrea Reich konnte auch nur Gutes vermelden: Verständigung bestens, keiner krank, keinen verloren, alle pünktlich, alle müde.

Kendra Knitter, seit zwei Jahren im Kreis der Austauschgruppe und vor einem Jahr mit in Israel, legte – in perfektem Englisch – ganz persönlich Zeugnis von einem lebendigen Jugendaustausch ab. Mit den Israelis bekannte sie buchstäblich „Andrea, we love you!“ Alle zusammen, nicht zuletzt die Gasteltern, sorgten dafür, dass der mehr als 20 Jahre währende sensible deutsch-israelische Dialog zwischen Halver und Pardess Hanna weiter gedeiht.

Aber nicht nur in Halver begeisterten die jungen Tänzer. Auch auf der Landesgartenschau in Hemer, in Lüdenscheid und in Hermannsburg präsentierten sie mit dem ihnen eigenen Charme jüdische und nicht jüdische Tanzformen aus Ländern des Mittelmeerraumes.

Shalom-Salam – mit diesem gemeinsam gesungenen Lied klang der letzte Abend der jungen Gäste in Halver aus. Gestern traten sie, nach einem Besuch der Stadt Worms, den Rückflug an. Mit dem Versprechen, 2012 wieder zu kommen. ▪ Yvonne Pfannschmidt

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