Bedürftige sollen Ostern nicht leer ausgehen

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Eine süße Überraschung: An Gründonnerstag kamen auch einige Kinder mit ihren Eltern zur Tafel – und Erika Ostmeyer schenkte ihnen schokoladige Langohren. ▪

HALVER ▪ An Ostern lassen es sich viele Menschen so richtig gut gehen. Feiern das Fest mit üppigen Menüs, bunten Eiern und jeder Menge Süßigkeiten. Aber nicht jeder kann sich das leisten. Und darum herrschte an Gründonnerstag reger Betrieb bei der Halveraner Tafel – österliche Gaumenfreuden gab es allerdings nicht.

Erst in zwei Wochen, wenn sich die Produkte nicht mehr verkaufen lassen oder abgelaufen sind, kann Erika Ostmeyer, Vorsitzende der Halveraner Tafel, die Lebensmittel bei den Supermärkten einsammeln. Für die Kinder, deren Familien auf die Tafel angewiesen sind, bedeutet das ein verzögertes Osterfest. Doch so ganz ohne Schokolade sollen sie die freien Tage nicht verbringen – die Ehrenamtlichen packten daher kleine Süßigkeitenkisten. Teilweise mit Lebkuchen und Spekulatius von Weihnachten. Und: Der Kaufpark spendierte ein paar Schokohasen und süße Eier fürs Fest.

Wer mit leeren Händen kam, ging mit süßen Osterüberraschungen nach Hause. Ein kleiner Junge war aber bereits vollbepackt in den Räumen der Tafel erschienen: Er hatte den Helfern selbstgefärbte Eier mitgebracht. Ein rührender Moment im hektischen Alltag der Ehrenamtlichen. „Das ist ein Vollzeitjob. Ich arbeite täglich zwischen zehn und 14 Stunden“, sagte Ostmeyer. Und im Moment plagen den Verein Geldsorgen: „Das Konto ist leer. Wir brauchen dringend Geld.“ Auch die Lebensmittel sind knapp – so sei es immer zwischen Ostern und Spätsommer. Die Geschäfte kauften weniger ein als im Winter, also bleibt auch weniger übrig. Die Tafel überbrückt das mit Konserven, die sie im Winter zurücklegt. Jemanden ohne Essen zurückschicken, das mussten die Helfer noch nie. Aber die Knappheit zwingt Erika Ostermeyer und ihr Team auch dazu, immer weitere Wege zu fahren – teilweise bis nach Arnsberg und Paderborn, um genug Lebensmittel zusammenzubekommen. Das macht sich in den Spritkosten bemerkbar: Derzeit liegen sie im Monat zwischen 600 und 700 Euro.

Aber: „Ich weiß, wofür ich hier jeden Tag kämpfe.“ Etwa 100 Familien nutzen in Halver regelmäßig die Tafel. Ernähren sich von Produkten, die zwar in den Supermärkten aussortiert werden, aber noch völlig genießbar sind. Pro Tafel-Gast gibt es eine Kiste mit Gemüse, Salat, Wurst, Milchprodukten und Brot. ▪ Lisa Weber

Weitere Infos gibt es unter den Rufnummern 0 23 55/40 00 36 oder 01 73/8 00 90 25. Spenden sind auf das Konto 18 56 78 der Sparkasse Lüdenscheid möglich.

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