Bayer-Chor singt sogar die Orgel an die Emporenwand

Nach Konzerten in vielen Weltstädten endlich in Halver: Rund 80 Sänger, fünf Blechbläser, zwei Solisten und einen Moderator brachte der Werkschor von Bayer Leverkusen unter der Leitung von Ulrich Jung mit in die Kirche Christus König. ▪ Krumm

HALVER ▪ Viele schöne Konzerte haben die Besucher in der Kirche Christus-König schon erlebt. Doch derart stimmgewaltig wie der achtzigköpfige Chor von Bayer Leverkusen war bisher kaum ein Ensemble. Verstärkt mit fünf Blechbläsern sang der Werkschor am Sonntagabend teilweise sogar die Orgel an die Emporenwand und erntete für seinen Auftritt schließlich langen, verdienten Beifall im Stehen.

Breit gefächert war dabei das Repertoire, in dessen Zentrum der von Ulrich Jung geleitete Chor die Teile Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei aus Charles Gounods Messe Nr. 2 sang – ein ergreifendes und kraftvolles Gotteslob, das Charles Gounod 1862 den „Chorgemeinschaften“ widmete.

Franz Schubert war prominent vertreten mit den Liedern „Gott in der Natur“, „Die Nacht“ und „Abendfrieden“ mit der bekannten Zeile: „Wie schön, oh Gott, ist Deine Welt.“ Aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Zauberflöte“ stammte der „Chor der Priester“ und die von Bassist Dietrich Kämmler gesungene „Arie des Sarastro“.

Mit „Jerusalem“ erklang einer der anrührendsten Klassiker für Männerchor, verkündet das Lied doch den „schönen alten Traum“ von einer befriedeten Menschheit – eine eindringliche Botschaft aus so vielen sonoren Männerstimmen.

Mitreißend war auch das Finale: Nachdem Moderator Klaus Hilger die schöne Anekdote erzählt hatte, dass Georg Friedrich Händels „Hallelujah“ aus dem Oratorium „Der Messias“ bei der Uraufführung den englischen König förmlich aus dem Thron gerissen hatte, sang der Chor das Gotteslob mit einer Stimmkraft, die teilweise selbst die Orgel übertönte.

Das riss schließlich auch die Besucher von den Sitzen, für deren Beifall sich der Werkschor mit einer Wiederholung des „Chores der Pilger“ von Richard Wagner und der Hymne des FC Liverpool bedankte: „You’ll never walk alone“. ▪ Thomas Krumm

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