Abkürzung könnte Führerschein kosten

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Durchfahrt verboten und eine dauerrote Ampel – dennoch fahren viele Autofahrer durch die Baustelle.

Halver - Eine rote Baustellenampel scheint derzeit viele Autofahrer auf der Heerstraße in Oberbrügge auf eine echte Geduldsprobe zu stellen. Denn wenn nicht gerade ein Bus vorbeikommt, bleibt die Ampel auf Rot, bis auch der letzte Autofahrer genervt umdreht oder – wie von vielen Anwohnern berichtet – dann doch durch den Baustellenabschnitt fährt.

„Es nervt einfach und ist zudem gefährlich“, sagt Hartmut Clever. Der Oberbrügger wohnt direkt am Zugang zur Baustelle. „Und die Fahrer wissen genau, dass sie nicht durch die Baustelle fahren dürfen.“ So muss bereits ein Durchfahrt-Verboten-Schild „übersehen“ werden, um zur roten Ampel zu gelangen. Neben dem Lichtzeichen steht dann noch ein weiteres Verbotsschild – eigentlich eindeutig.

Diese Dopplung der Verkehrszeichen sei beabsichtigt, sagt Michael Overmeyer vom Landesbetrieb Straßen.NRW: „Wir haben uns für die Ampel als noch signifikanteres Signal entschieden, Autofahrer davon abzuhalten, durch die Baustelle zu fahren.“ Grund dafür sei die Gefährdung von Fußgängern die die Baustelle – im Gegensatz zu Pkw – passieren dürfen. Zudem sei der Autofahrer, der durch die Baustelle fährt, nicht versichert. Jeden Schaden müsse dieser selbst bezahlen, erklärt Overmeyer.

Verwudert zeigt sich der Straßen.NRW-Mitarbeiter dagegen von einer steigenden Anzahl von Beschwerden. Nicht etwa – wie eigentlich zu erwarten wäre – von Anwohnern, sondern von Autofahrern, die in der Baustelle von der Polizei kontrolliert wurden. „Die Maßnahmen der Halveraner Beamten scheinen also zu wirken“, erzählt Overmeyer und lacht.

Und die Beamten werden auch in Zukunft kontrollieren, sagt Polizeioberkommissar Marian Kosanke. „Für denjenigen der eine rote Ampel passiert, sieht der Bußgeldkatalog eine Strafe von 210 Euro und vier Punkte im Verkehrsregister vor. Zudem muss er noch einen Monat zu Fuß gehen.“ Das gelte für Ampeln, die länger als eine Sekunde auf Rot geschaltet sind. Angesichts der Baustellenampel in Oberbrügge, die durchgehend Rot zeigt, dürfte die Mehrzahl der Verstöße also in diesem Bereich liegen.

Sollten Autofahrer die Ampel während einer Grünphase passieren, etwa weil ein Busfahrer sie aktiviert hat, müssen diese trotzdem noch mit einem Verwarngeld aufgrund des Durchfahrverbotes rechnen.

Auf keinen Fall sollten die Anwohner aber selbst als Ordnungshüter aktiv werden. „Sich vor ein Fahrzeug zu stellen oder zu setzen, kann den Straftatbestand der Nötigung erfüllen“, erklärt Polizeioberkommissar Kosanke.

Das Einfachste wäre es, so Anlieger Hartmut Clever, die Autofahrer würden die Verkehrszeichen achten, und den, wie er selbst zugibt, langen Umweg nehmen.

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