Naturschutz

Baumverein will Lobby für Insektenvielfalt und Blühpflanzen schaffen

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Eine Biene sammelt Blütenpollen. Doch in der Praxis wird ein dramatischer Rückgang der Anzahl an Insekten verzeichnet. Ziel des Baumvereins ist es, auf lokaler Ebene gegenzusteuern.

Halver - Mehr Vielfalt und mehr Fläche für blühende Pflanzen – dafür scheint sich zurzeit eine echte Lobby zu bilden. Rund 60 Gäste zählte der Baumverein in der vergangenen Woche zu einem Informationsabend im Halveraner Kulturbahnhof unter dem Titel „Halver blüht auf“.

Im Rathaus ist das Thema angekommen. 

Unter Umständen mit Unterstützung von Leader-Fördermitteln könnte man derartige Projekte ins Leben rufen, so die Überlegung dort. Und auch beim Landwirtschaftlichen Ortsverband gibt es Überlegungen, wie man Biene, Hummel & Co. unter die Flügel greifen könnte. Zur Info- und Auftaktveranstaltung von der vergangenen Woche ist jedenfalls eine Folgeveranstaltung bereits terminiert für den 5. April. 

Als Referenten über Hintergründe und mögliche Gegenmaßnahmen des Insektenrückgangs hatte der Baumverein Dr. Johannes Sander gewinnen können, der ausgesprochen kenntnisreich über Flächenverbrauch und Intensivierung der Flächennutzung sprach. Diese Verarmung werde auch nicht ausreichend kompensiert durch die Ausweisung von Naturschutzgebieten, die in aller Regel zu klein und nicht untereinander vernetzt seien. 

Jeder Gartenbesitzer kann zu artenreichen Pflanzengesellschaften beitragen

Vor diesem Hintergrund sei die Gesellschaft aufgefordert, den Flächenverbrauch zu reduzieren und die Wirtschaftsweise auf den übrigen Flächen zugunsten artenreicher Pflanzengesellschaften zu verändern. Auch jeder Gartenbesitzer könne dazu beitragen, indem er Wildblumen, -kräuter, -sträucher und Bäume ansiedele. 

Gleiches gelte für den öffentlichen Raum, in dem vermehrt ganzjährig blühende Pflanzgesellschaften eingebracht werden sollten. Der Baumverein Halver will das Thema vorantreiben durch entsprechende Maßnahmen und die Überprüfung nach einem Jahr auf ihre Wirksamkeit. 

Vorgesehen sind Exkursionen und konkrete Beratungen zum Vorgehen und der Auswahl von Saaten. Untersuchungen zufolge ist die Biomasse der Insekten in den vergangenen 27 Jahren um 76 Prozent zurückgegangen.

Empfehlungen für den öffentlichen Raum:

- Heimische Bäume und Sträucher pflanzen wie Hasel, Rotbuche, Hainbuche, Birke, Stiel- und Traubeneiche 

- Dach- und Fassadenbegrünung 

- Lichtsmog beseitigen, um Nachtfalter zu schützen 

- Anlage von Mini-Naturschutzgebieten im Innen- und Außenbereich 

Empfehlungen für Gartenbesitzer: 

- Blühpflanzenmischungen statt Gemüse aussäen 

- Abmagern von Wiesen, blühende Pflanzen auf Wiesen dulden, mit dem Mähen warten, bis sich Samen gebildet haben 

- Totholz bewahren, Mut zur Unordnung 

- Teich anlegen 

- Laubstreu, Steinhaufen und Kompost als Unterschlupf bereithalten 

- Verzicht auf Herbizide und Insektizide 

- Heimische Pflanzen bevorzugen (siehe oben) 

- Dach- und Fassadenbegrünung 

- Insektenhotels aufstellen

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