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Nach Sturm: Tagelang ohne Telefon in Engstfeld

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Von: Sarah Lorencic, Sarah Reichelt

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Engstfeld
Einiges in und um Engstfeld ging durch den Sturm Ignatz kaputt. Darunter auch eine Telefonleitung. © Lorencic, Sarah

Wenn man zu Hause weder einen Telefon- und Internetanschluss hat noch einen guten Handyempfang, bleibt nicht mehr viel übrig, um Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Ursula Schneider hätte die Redaktion angerufen, aber es ging nicht. Stattdessen kam die 74-Jährige selbst vorbei.

Halver - Beim Sturm Ignatz, der am 21. Oktober auch in Halver wütete, wurden mehrere Bäume, die die Ortschaft Engstfeld umgeben, entwurzelt. Quer lagen sie auf der Landesstraße und sperrten die Fahrbahn ab. Richtung Wipperfürth sah man noch lange die Auswirkungen. Von rechts fiel eine große Buche nach links in Richtung der Querstraße nach Rönsahl. Ortsschild und Leitplanke sind seitdem verbogen.

Vom Hausnotruf abgeklemmt

Komplett abgerissen ist durch den Sturm und umfallende Bäume auch das Telefonkabel, das die Häuser mit den Nummern 9 und 10 in Engstfeld versorgt. Die übrigen Häuser werden von Woeste aus kommend mit der Außenwelt vernetzt. Zwei Häuser und damit drei Bewohner hatten seit etwa zwei Wochen kein Telefon oder Internet. Besonders besorgniserregend für Ursula Schneider war der Zustand für ihre 91-jährige Nachbarin. Sie trägt einen Hausnotrufknopf. Die 91-Jährige entschied sich daher für einen Aufenthalt im Bethanien während der Zeit ohne Telefon. Ob sie die Kosten dafür selbst tragen muss, ist unklar.

Mit Hilfe von Nachbarn wurde die Telekom mehrere Male kontaktiert. Aber lange ist nichts passiert. Stattdessen riet man der Frau, den Router neu zu starten. „Das liegt nicht am Gerät, das Kabel ist abgerissen.“ Das wolle sich die Telekom ansehen, hieß es der Engstfelderin gegenüber. „Die sollen sich nichts ansehen, die sollen das reparieren.“

Ähnlicher Vorfall 2008

Ursula Schneider fühlte sich in das Jahr 2008 zurückversetzt. Mitte Juli war Engstfeld aufgrund eines starken Gewitters fast drei Wochen ohne Telefon und Internet. Erst auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers bei der Telekom wurde der Telefonanbieter damals aktiv. Das soll dieses Mal schneller, gehen, sagt Schneider.

Und das geht es: Die Telekom ist dran, heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung. Das zuständige Fachressort bei dem Unternehmen sei mit dem Fall beschäftigt. Die Behebung der Störung soll voraussichtlich am 5. November erfolgen, teilte Stefan Barwieck von der Telekom AG am Donnerstag, 4. November, mit, nachdem er zunächst einige Tage vorher keine Auskunft geben konnte.

Auf einmal klingelt das Telefon

Und Ursula Schneider? Hat bereits seit Mittwoch wieder ein funktionierendes Telefon. „Wir saßen in der Küche und auf einmal klingelte das Telefon“, sagt sie. Auch bei einer weiteren Nachfrage bei der Telekom ihrerseits wurde ihr der Freitag als Tag genannt. Dass jetzt zwei Tage früher wieder alles funktionierte, freut die 74-Jährige.

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