Baukloh und Baradari

SPD-Bundestagskandidatinnen in Halver

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Die SPD-Bundestagskandidatinnen Nezahat Baradari (links) und Monika Baukloh stellen sich den SPD-Ortsvereinsmitgliedern vor.

Halver - Die SPD-Kandidatinnen Nezahat Baradari (51) und Monika Baukloh (37) wollen den Wahlkreis Olpe/Märkischer Kreis 1 im Bundestag vertreten. Am Montag stellten sie sich im Gasthaus Zum Berliner Platz den Fragen der Mitglieder des SPD-Ortsvereins Halver. Außerdem erläuterten sie, für welche Themen sie sich in Berlin stark machen würden.

„Naturgemäß liegt ein Schwerpunkt meiner Arbeit in der Gesundheitspolitik. Hier habe ich eine Kernkompetenz“, sagte die türkischstämmige Baradari, die in Attendorn lebt und dort als Kinderärztin ihre eigene Praxis führt. Gesundheitspolitische Themen stehen aus ihrer Sicht in direktem Zusammenhang mit einem weiteren für sie relevanten Thema, der sozialen Gerechtigkeit. So könne es beispielsweise nicht sein, dass die kostenpflichtigen Individuellen Gesundheitsleistungen, kurz „IGeL“, finanziell schwächer gestellten Menschen vorenthalten bleiben. Und das, obwohl die „IGeL“ in manchen Fällen alternativlos seien, zum Beispiel bei der Früherkennung von Krankheiten. Ihr kämpferisches Credo: „Recht bekommt man nicht, Recht muss man einfordern.“

„Ich bin eine kleine Person, aber ich kann laut werden und mich gut vernetzen“, eröffnete Baukloh. Ihre Stimme wolle sie in Berlin für die Region Südwestfalen, für Kinder, Familien und bessere Bedingungen für Arbeitnehmer erheben. Auch bei ihr, die Kiersperin arbeitet für das Jugendamt Märkischer Kreis, liege der Fokus auf den Themen Familie und Kinder im Beruf begründet.

Sie kündigte an, sich für mehr Kindergeld einzusetzen und Strukturen schaffen zu wollen, die es jungen Männern und Frauen erlauben, eine Familie zu gründen ohne in finanzielle Nöte zu geraten.

Koalition mit der Linkspartei?

Ob sich beide eine Koalition mit der Linkspartei vorstellen können, lautete eine Frage aus dem Plenum. Baukloh antwortete: „Ich möchte in erster Linie, dass die SPD wieder den Kanzler stellt. Dafür kämpfe ich.“ Baradari sagte: „Es ist noch knapp ein Jahr bis zur Wahl. In dieser Zeit kann in Deutschland, Europa und der Welt noch so viel passieren. Man würde sich nur in Diskussionen verwickeln, wenn man sich vorher festlegen würde. Ich möchte mich nur auf sozialdemokratische Elemente festlegen.“

Ein gutes Stichwort, schließlich bemängelten einige Ortsvereinmitglieder, dass die in der Arbeiterklasse verwurzelte SPD ihre Werte über Bord geworfen und den Kontakt zur Basis verloren habe. Das sahen die Kandidatinnen ähnlich: „Wir brauchen mehr Offenheit und Transparenz, unser Selbstbewusstsein müssen wir mehr nach außen zeigen. Außerdem sollten unbequeme Fragen wie die Flüchtlings-Problematik und die Arbeitsmarktsituation offen angesprochen werden“, sagte Baradari.

Baukloh ergänzte: „Der Partei muss wieder ein Gesicht gegeben werden – in der Bundespolitik, aber auch im Gespräch mit den Bürgern auf der Straße. Wir müssen klar mitteilen, wofür unsere Partei steht.“

Mit der Bitte, die Basis nicht zu vergessen, und besten Wünschen, schloss SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Kastner die Veranstaltung.

Am 6. Dezember wird die Wahlkreisdelegierten-Konferenz über die Kandidatur entscheiden.

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