Kämmerer Tempelmann: „Ich bin blank“

Baugrund wird knapp: Letzte städtische Flächen reserviert

Halver/Oberbrügge - Die Stadt drückt aufs Tempo bei der Erschließung des neuen Wohngebiets Schmittenkamp bei Oberbrügge-Ehringhausen. Der Aufstellungsbeschluss für den erforderlichen Bebauungsplan fiel im Auschuss für Planung und Umwelt am Mittwoch einstimmig.

Angestrebt wird ein beschleunigtes Verfahren gemäß Baugesetzbuch, um möglichst schnell Familien zu ermöglichen, sich dort ein eigenes Heim zu schaffen. Im Idealfall könnten die ersten Häuser bereits 2020 entstehen, hofft Kämmerer Markus Tempelmann. Die Nachfrage nach Baugrund sei ungebrochen hoch, und die schnelle Umsetzung der Planung bedeute, auch den erwarteten Bauboom durch das Baukindergeld bedienen zu können.

Wie die Lage zurzeit ist, machte Tempelmann mit drei Worten deutlich: „Ich bin blank“, sagte er im Ausschuss am vergangenen Mittwoch. Die Stadt selbst verfüge über keinerlei freie Flächen mehr für Interessenten, die sich entweder in Halver neu ansiedeln oder aber den Wunsch nach Wohneigentum erfüllen wollten. Das letzte und verhältnismäßig kleine Baugebiet an der Falkenstraße ist nahezu komplett vermarktet. Aus zuvor 13 Grundstücke seien zwölf geworden, weil ein Interessent gleich zwei erworben habe. Acht Flächen seien verkauft und vier reserviert, sodass neue Interessenten auf einer Warteliste landeten für Flächen, die dann doch nicht veräußert wurden.

Über eigene innerstädtische Baulücken verfüge die Stadt Halver zudem nicht mehr. Ein möglicher Ausweg sei zudem durch zwei Umstände nicht gangbar. So gebe es Grundstückseigentümer, die schlicht nicht verkaufen wollten, und ein Baulückenkataster werfe rechtliche Probleme auf, sagt Tempelmann im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. Dies sei schon datenschutzrechtlich schwierig.

Auf der anderen Seite bestehe ein gesamtstädtisches Interesse, Flächen für Wohnbebauung vorzuhalten. Denn bei sinkenden Einwohnerzahlen steige für jeden einzelnen die Kostenlast für die Aufrechterhaltung und den Betrieb der städtischen Infrastruktur wie Straßen oder Abwasserkanäle.

Ausrichtung auf jüngere Menschen

Für das Baugebiet Schmittenkamp sprachen sich im Fachausschuss letztlich alle Fraktionen aus. Uwe Leinung (Grüne) und Rainer Filling (SPD) mahnten allerdings Ausgleichspflanzungen an, ebenso wie die Ausrichtung gerade auf jüngere Menschen, die sich dort niederlassen könnten. Das sicherte Tempelmann zu und stellte „Rabatte additiv zum Baukindergeld“ in Aussicht. Einen weiteren Vorteil des neuen Wohngebiets sprach Sascha Gerhardt (FDP) an. Eine Vermarktung dort würde sicherlich schwerer fallen, wenn die Pläne zur Schließung der Grundschule in Oberbrügge umgesetzt worden und auch kein Ersatz für die katholische Kindertagesstätte St. Georg gebaut worden wäre.

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