Sorge um Fristen am Schmittenkamp

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Anlieger frei und Bagger marsch: Die Schmiedestraße soll erstmalig hergestellt werden und die Einfahrt zum neuen Wohngebiet Schmittenkamp werden.

Halver/Oberbrügge - Es ist beschlossen: Das Baugebiet Schmittenkamp kommt. Wann, ist jetzt eine berechtigte neue Frage. Mehr als 200 Interessenten gibt es bereits für die rund 50 Baugrundstücke. Klar ist: Es muss bald starten, sonst wird es eng für Familien, die noch Baukindergeld beantragen wollen.

50 Familien oder sogar mehr bauen sich ein Zuhause. Kinder laufen zur Schule oder zur Kita. Das könnte ein Bild am Schmittenkamp in Oberbrügge sein, das noch in diesem Jahr Form annehmen soll, wenn es nach der Stadt Halver geht. Denn Ziel der Verwaltung ist es, noch in diesem Jahr die erforderliche Infrastruktur zu schaffen, mit der allen zukünftigen Bauherren eine gesicherte Erschließung der Bauvorhaben ermöglicht wird. Die Pläne für die Straßen und deren Entwässerung wurden am Dienstag im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen vorgestellt. Der Baubeschluss wurde getroffen. 

Die Pläne werden nun noch am kommenden Donnerstag, 19. März, durch den Hauptausschuss und am Montag, 23. März, durch den Rat gehen müssen. Laut Kämmerer Markus Tempelmann liege man „gut im Zeitplan“. Bald könnte es losgehen – theoretisch. Gut wäre das. Denn bereits mehr als 200 Interessenten haben sich bei Tempelmann gemeldet. Sie wollen alle bauen. Der größte Teil derer, die auf der Liste stehen, hätte Kinder – zum Teil mehrere. „Kinderlose Paare sind in der Unterzahl.“ Zu Recht hätten die Familien ein großes Interesse daran, noch in diesem Jahr ihr Bauvorhaben beginnen zu können. Denn nur noch 2020 kann das Baukindergeld beantragt werden.

Pro Kind gebe es dann 12 000 Euro Zuschuss vom Staat. Über zehn Jahre hinweg bekäme man pro Kind 100 Euro im Monat überwiesen. Bei mehreren Kindern summiert sich der Zuschuss. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der Kinder, die theoretisch am Schmittenkamp mit ihren Eltern ins Eigenheim ziehen, gehen Beträge in Millionenhöhe verloren, wenn der Baubeginn dieses Jahr nicht mehr erfolgt. „Wir wollen das Projekt für die Oberbrügger realisieren“, sagte Markus Tempelmann im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am Dienstag. 

Interessenten gebe es mittlerweile auch für den Bau von Geschosswohnungen. Die Erschließung des Baugebiets ist bereits komplett durchgeplant. Sechs Straßen soll es geben. Die Schmiedestraße, die von der Heerstraße direkt in das Baugebiet führen wird, ist eine davon und soll erstmalig hergestellt werden. „Mit Beiträgen“, sagte Tempelmann. „Das muss jedem klar sein.“ Erhoben werden die Beiträge nach dem Baugesetzbuch (BauGB). Ginge es um Straßenbaubeiträge und nicht um Erschließungsbeiträge, müssten die allgemeinen Haushaltsmittel genutzt werden. Doch bei der Erschließung trägt die Stadt zehn Prozent der anrechenbaren Kosten. Das Gros von 90 Prozent wird von den Anliegern getragen. Der Kämmerer bittet eindringlich darum, dass sich alle Anwohner der Schmiedestraße mit der Stadt in Verbindung setzen. Dann wird die Verwaltung Genaueres erklären. Nicht mit jedem sei die Kontaktaufnahme erfolgreich gewesen, wie Markus Tempelmann sagte und bedauerte. 

Es ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht geklärt, wie die Anwohner zum Vorhaben stehen, bei dem je nach Größe des Grundstücks die Beiträge für die Herstellung der Straße anfallen. Zu befürchten ist, dass ein Klageverfahren den Bebauungsplan zumindest zeitlich verzögern wird. So jedenfalls die Befürchtung bei Tempelmann und den Mitgliedern des Ausschusses. Wird der Zeitplan nicht eingehalten, fällt das Baukindergeld für die Bauherren weg – vielleicht auch die Bauherren. Unabhängig von jeder Klage werde die Schmiedestraße hergestellt, sagt Tempelmann. 

„Der Ausschuss ist entschlossen, in jedem Fall die Schmiedestraße herzustellen – und ich hoffe, der Rat ist es am 23. März auch“, sagte er optimistisch. Ein Ratsbeschluss reiche dazu aus. Die Beiträge werden also unabhängig von jeder Klage kommen, die gegen den Bebauungsplan läuft. „Wir als Stadt würden gerne alle Bürger empfangen“, sagte er. Im Gespräch könnten verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man gemeinsam zu einer Lösung kommen kann. Norbert Grote, der Inhaber der Firma August Grote an der Schmiedestraße, als Schmiedebetrieb 1842 gegründet, äußerte sich schon vor rund einem Jahr kritisch zum Bauprojekt. Denn für ihn könnte sich einiges ändern. Statt mit der Stadtverwaltung Halver zu sprechen, kündigte er im Gespräch mit unserer Zeitung an, sich „kompetente Hilfe zu holen“.

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