Stadt will marode Unterführung sanieren

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Meterlange Risse und Rostflecke „zieren“ die Stufen des Schandfleckes zwischen Bahnhof- und Wiesenstraße. Eine Gefahr für die Fußgänger sehen die Verantwortlichen noch nicht.

Halver - Schön ist das sicherlich nicht: Urinflecken und Erbrochenes, mit Filzstiften beschmierte Wände, kaputte Deckenleuchten, und rostige, aufgeplatzte Betonstufen - der Tunnel, der die Bahnhofsstraße mit der Wiesenstraße verbindet, hat die besten Tage hinter sich. Die Stadt Halver will sich dem Problem annehmen und den Durchgang demnächst sanieren.

„Das ist ja echt Schrott. Hier ist eine grundlegende Betonsanierung nötig“, meint Michael Luedtke bei der ersten Begutachtung des Zustandes der Treppe an der Wiesenstraße. Mindestens 14 der rund 30 Betonstufen sind aufgeplatzt und es quillt Rost der eingebetteten Eisenkörbe heraus.

„Abkleben bringt hier nichts mehr. Da muss sicherlich der Presslufthammer an die Bausubstanz. Da ist zuviel Korrosion“, weiß der Mitarbeiter vom Fachbereich „Bauen und Wohnen“. Er vermutet, dass beim damaligen Bau vor 48 Jahren gepfuscht worden ist, jedoch sei dies nach der langen Zeit schwer nachzuweisen.

Der Stadt ist das Problem länger bekannt. Im Zuge der anstehenden Umgestaltung des Bahngeländes sollte hier restauriert werden.

Allerdings habe sich vor einigen Wochen der Besitzer des angrenzenden Hauses beim Fachbereich gemeldet. Teile seiner Garage und ein Nebenzimmer würden aufgrund der Feuchtigkeit, die von der Unterführung in sein Haus ziehe, großflächige Schimmelstellen aufweisen. Er forderte, diesen „Krankheitsverursacher“ schnellstmöglichst zu beseitigen.

Doch auch die Fugen der gefliesten Seitenwände sind aufgeplatzt, bemerkt Vasilij Klassen vom städtischen Bauhof, der Luedtke bei der Besichtigung begleitet. „Das ist die Wetterseite. Ist einmal Feuchtigkeit im Mauerwerk, wird es bei Frost immer wieder aufplatzen“, weiß Klassen.

Gegen den Vandalismus könne nicht viel ausgerichtet werden, denn sobald der Tunnel gereinigt ist, seien nach maximal zwei Wochen die Wände wieder voll mit Kritzeleien, ist die Erfahrung.

Auch bei den Anwohnern der Wiesenstraße ist der Tunnel im jetzigen Zustand nicht gerade beliebt. Mehrfach täglich nutzt Dieter Koziolek den Personendurchgang. „Schön ist der wirklich nicht mehr, aber das liegt natürlich auch am Alter“, sagt der 66-jährige Wiesenstraßen-Anwohner. Die Beschmierungen nimmt der Rentner gar nicht mehr wahr, jedoch ärgert ihn der desolate Zustand der Stufen und dass häufig Müll und Glasscherben auf dem Fußweg liegen. „Da sollte die Stadt häufiger nachschauen“, findet Kosziolek.

Gefährlich ist der Zustand der Treppe zwar nicht, da weder Stufen ausgeschlagen sind oder das Geländer lose ist. Trotzdem will Michael Luedtke bald aktiv werden. „Wir werden in Kürze Angebote einholen und anschließend die Arbeiten vergeben“, sichert er zu.

Wichtig ist dem Verwaltungsfachangestellten in erster Linie, dass die Instandsetzungsarbeiten ordentlich ausgeführt werden. In einem sind sich Klassen und Luedtke nach der Begutachtung einig: „Billig wird die Sanierung des alten Schandfleckes sicherlich nicht.“

Von Benny Finger

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