Bahnhof Oberbrügge

Bahnhof Oberbrügge: Statt Haltepunkt „Bedarfshalt“

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Der Termin wird gehalten, heißt es auf der Baustelle.

Halver/Oberbrügge - Einen richtigen Bahnhof hat Oberbrügge schon lange nicht mehr. Ab Mitte Dezember gibt es dort aber einen Haltepunkt. Dachten zumindest die Beteiligten. Jetzt wird es ein Bedarfshalt.

In Rede stand seit Jahren ein Haltepunkt, bei dem man im Rathaus und in den politischen Fraktionen durchgängig davon ausgegangen war, dass in Oberbrügge ab dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember dieses Jahres die Züge in Oberbrügge halten, ein- und ausgestiegen und dann weitergefahren wird. 

In der Praxis wird dies wohl auch so sein – allerdings nur auf Anforderung der Fahrgäste. Drückt keiner vor Erreichen Oberbrügges den Halteknopf im Zug und steht niemand am Bahnsteig, rollt der Zug einfach langsam durch die neu gebaute Anlage Richtung Brügge oder Meinerzhagen. So funktioniert der Bedarfshalt, den die Bahn als Sonderform des Haltepunkts definiert. 

Die Wand aus L-Steinen ist zum Teil bereits gestaltet durch den Lüdenscheider Graffiti-Künstler Yves Thomé.

So richtig klar war das offenbar niemandem, bis die Bahn zur Sonderfahrt einlud. In der Einladung der politisch Beteiligten und der Mitwirkenden in den Verwaltungen, die sich über Jahre mit dem Millionenprojekt beschäftigt hatten, taucht der Begriff gerade einmal in Klammern auf. Dabei hatte die Neuplanung des Geländes mit Park-and-Ride-Anlage, Fahrradstellplätzen, Pkw-Parkplätzen und erheblichen Bodenbewegungen für ausreichend Diskussionen in den Gremien gesorgt. 

Erhebliche Fördermittel flossen in den Bahnhof

Immerhin ging es auch um erhebliche Fördermittel, die in den früheren Bahnhof in Halvers größtem Ortsteil geflossen sind. Entscheidend sei letztlich die Frage nach der Funktion, die in Oberbrügge nun künftig erfüllt werde, meint Bürgermeister Michael Brosch. 

Der kürzeste Weg zum Bahnsteig ist die Treppe.

Die Bürger in Oberbrügge und Halver hätten die direkte Anbindung an die Schiene. Ob das über den genannten Bedarfshalt oder den automatischen Stopp geschehe, sei letztlich nicht wirklich entscheidend. Da habe die Bahn wohl „den Begriff Haltepunkt nachträglich zu Ende definiert“, sagt der Bürgermeister, dem der Begriff des Bedarfshalts in den Debatten zuvor nicht erinnerlich ist. Und auch Teilnehmern des politischen Tagesgeschäfts war der Bedarfshalt in keiner der zahlreichen Sitzungen untergekommen, heißt es auf Nachfrage in den Fraktionen.

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