Oberbrügge: Haltepunkt doch 2019 fertig?

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Für den Haltepunkt Oberbrügge verbreitet auch die Bahn selbst Zuversicht. Hauptprobleme lagen im Raum Kierspe, dort stehe man nun allerdings vor Lösungen.

Oberbrügge - „Haltepunkt Oberbrügge politisch unter Beschuss“ – so hatte der Allgemeine Anzeiger Ende November getitelt. Inzwischen haben sich die Wogen offenbar geglättet.

Mehr noch: Die Inbetriebnahme des Haltepunkts scheint tatsächlich doch noch zum Fahrplanwechsel Dezember 2019 möglich. In der Sitzung des Hauptausschusses Ende November war das Vorhaben aufgrund weiterer Kostensteigerungen erneut in die Kritik geraten. Auf bis zu 150 000 Euro hätte der Eigenanteil der Stadt steigen können, so das Worst-Case-Szenario. 390 000 statt wie ursprünglich veranschlagt 256 000 Euro hätte die Park-and-Ride-Anlage kosten sollen. Die Förderzusage des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe hatte sich allerdings auf die Ausgangskalkulation bezogen. 

Ärger über Projekt wieder gedämpft

Es gebe Signale des Fördergebers, sich auch an den Mehrkosten zu beteiligen, die im Wesentlichen durch die Entsorgung belasteten Bodenmaterials entstanden worden waren, heißt es nun nach Informationen des AA. Das heißt, die Deckungslücke könnte deutlich niedriger ausfallen.

Das wiederum dämpft den Ärger über das Projekt, mit dem Oberbrügge tatsächlich wieder einen kleinen Bahnhof erhalten würde mit Stopp für die Volmetalbahn, die Dortmund über Lüdenscheid-Brügge und Meinerzhagen/Gummersbach direkt bis Köln verbinden würde. Klar hinter das Vorhaben hatte sich Bürgermeister Michael Brosch gestellt. 

Nachdem die Frage des „Ob“ gemeinsam entschieden worden sei, hätte man nun das Projekt trotz der finanziellen Sorgen fertigstellen müssen. „Ist die Anlage uns 150 000 Euro Eigenanteil wert oder nicht? Ich meine ja.“ So hatte sich Brosch festgelegt, während UWG und CDU in der Sitzung noch durchaus Diskussionsbedarf gesehen hatten. Mit dem Nachschlag an Fördermitteln aber werde das Thema jetzt nicht mehr auf großer Flamme gekocht, heißt es im politischen Raum. 

Und auch die Bahn selbst verbreitet Zuversicht. Denn die Hauptprobleme liegen im Raum Kierspe und stehen nach langem Hin und Her nun doch vor Lösungen: „Die Maßnahmen an der Strecke von Meinerzhagen über Kierspe bis nach Lüdenscheid-Brügge zur Wiederaufnahme des Schienenpersonennahverkehrs sind als Ganzes zu betrachten.

Arbeiten beginnen wohl in 2019 

Dazu gehört sowohl der Bau des Kreuzungsbahnhofs Kierspe mit seinen neuen Weichen, dem zusätzlichen Gleis zum Kreuzen der Züge, der neuen Stützwand, des neuen Bahnsteiges und der dazugehörigen Schallschutzwand, als auch der Erneuerung und technischen Sicherung aller verbleibenden Bahnübergänge und dem Neubau des Bahnsteiges in Oberbrügge. Erst wenn alle Maßnahmen fertiggestellt sind, können die beiden neuen Halte in Kierspe und Halver-Oberbrügge angefahren werden. 

Um die Maßnahmen umzusetzen, benötigt die Deutsche Bahn Baurecht, das vom Eisenbahn-Bundesamt erteilt wird. Die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren für die Verkehrsstation Bahnhof Kierspe sind derzeit noch beim Eisenbahn-Bundesamt zur Genehmigung. Die DB erwartet die Genehmigung zum Baurecht Anfang 2019, sodass die Arbeiten im zweiten Quartal 2019 starten könnten. 

Zwischen Meinerzhagen und Kierspe wird mit dem Umbau der Bahnübergänge im gleichen Zeitraum begonnen. „Bis dahin werden auch die Plangenehmigungen zu den Bahnübergängen am Herlinghauser Weg, Sankel und Eiskeller erwartet“, erklärt eine Bahnsprecherin auf Anfrage unserer Zeitung.

Sollte im Dezember kommenden Jahres aber tatsächlich der erste Zug im Ortsteil Oberbrügge halten, wäre auch eine andere Sorge in der Halveraner Politik ausgeräumt – dass man nämlich einen Bahnhof mitsamt Infrastruktur errichtet hätte, auf dem bereits Gras wächst, wenn die ersten Fahrgäste dorthin kommen, um ein- oder auszusteigen.

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