Bahngelände: Politiker fordern Vertragssicherheit

„Wir sind an einem Punkt, an dem wir sagen können, dass wir das bekommen, was wir sehen“, sagte Bauamtsleiter Michael Schmidt am Dienstag im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen. Er legte dem Gremium diesen Plan des Einkaufszentrums am Bahngelände vor, der die Anordnung der Gebäude, des Parkplatzes und der Begrünung darstellt. Wie bereits bekannt, wird das Gebäude des Verbrauchermarktes (Mitte) das Unternehmen Kaufland beziehen, der Discounter (links) wird ein Aldi und das Gebäude der Drogerie (rechts) wird von Rossmann bezogen. In die einzelnen Fachmärkte ziehen – soviel ist bisher bekannt – die Unternehmen Jeans Fritz, MisterLady, Takko Fashion und Deichmann. Hinzu kommen soll ein Gastronomie-Angebot. - Grafik: Stadt Halver

Halver - Im Herbst dieses Jahres soll, so hofft die Verwaltung der Stadt Halver, der Bauantrag für das Bahngelände seitens des Märkischen Kreises genehmigt werden. Baubeginn wäre dann im Frühjahr 2016. In der Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen stellte die Verwaltung die finalen Bauzeichnungen vor.

„Es muss sichergestellt werden, dass das, was wir hier sehen, auch so gebaut wird“, forderte Karl-Friedrich Osenberg (Grüne). Man benötige eine Verbindlichkeit der Optik, Materialwahl und Architektur seitens des Investors Procom. „Wir wollen kein Sammelsurium an Fronten und Farben, sondern ein einheitliches Bild, so wie es auf diesem Plan dargestellt wird“, sagte Osenberg im Ausschuss. Procom könne nicht „nach Gutdünken“ gewisse Dinge verändern. „Hat Procom freie Hand, Dinge im Nachhinein zu verändern? Wir brauchen genaue Formulierungen und Vertragssicherheit.“ Das gelte auch für die Gestaltung der Grünflächen: „Die Begrünung des Geländes muss vertraglich festgeschrieben werden!“.

Eine vorsichtige, wenngleich auch eindeutige Zusage der Verwaltung zu einer vertraglich bindenden Gestaltung des Einkaufszentrums gab Kämmerer Markus Tempelmann: „Wir stellen das sicher“. Näher wollte er im öffentlichen Rahmen nicht auf Vertragsangelegenheiten eingehen und verwies die Ausschussmitglieder auf die anschließende nichtöffentliche Ratssitzung. Ganz zum Unmut von Michael Brosch (SPD), der als Ausschussvorsitzender eine Verbindlichkeit einforderte und betonte: „Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, was in Halver passieren wird. Das hier ist nicht mein Verständnis von Öffentlichkeit.“

Er forderte von der Verwaltung eine verbindliche Aussage, auf die man sich verlassen könne. Doch auch Bauamtsleiter Michael Schmidt betonte, dass man den Investor „beim Wort nehmen“ wolle: „Die Bäume sind gezählt.“ Die Größen der Grünflächen seien im Rahmen des städtebaulichen Vertrages verbindlich.

Die vorherrschende Skepsis der Politiker gegenüber der Vertragsverhandlung zwischen Procom und Verwaltung war im Ausschuss mehr als deutlich. Auf Nachfrage des Allgemeinen Anzeigers erläuterte Michael Brosch gestern: „Es geht der Politik darum, dass mit der Entwicklung des Bahngeländes keine Risiken übernommen werden können, die hinterher an der Stadt Halver hängen bleiben.“ Auch ein Scheitern des Projektes könne nicht restlos ausgeschlossen werden.

Nachdem Procom den Zuschlag für die Errichtung des Bahngeländes bekommen hatte, gehe es nun darum, die Qualität zu erhalten, die versprochen wurde und der Stadt zusteht. „Verbilligungen“, wie es Karl-Friedrich Osenberg in der Sitzung genannt hatte, seien inakzeptabel.

Der Ausschussvorsitzende Michael Brosch habe nach der nichtöffentlichen Sitzung des Hauptausschusses und des Rates „ein gutes Gefühl“. Mindeststandards seien durch den städtebaulichen Vertrag gefasst worden und würden umgesetzt.

Info:

„Wie aus einem Guss“ soll die Fassade der vier Bauteile am neuen Einkaufszentrum am Bahngelände laut Bauamtsleiter Michael Schmidt werden. Sie besteht demnach aus geputzten und strukturierten Flächen, die mit Elementen aus Faserzement, farblich abgesetzt, verkleidet werden.

Farblich sei es eine Kombination aus weiß und anthrazit. Die Fensterrahmen sind aus Aluminium.

Auf den Gebäuden sitzen Flachdächer unterschiedlicher Höhe.

Jedes Unternehmen wird sein eigenes Logo an die Fassade anbringen können. „Das Kaufland-Logo ist dominanter als alle anderen.“

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