Ersatzpflanzungen möglich

Linden an der Lohstraße sind eine Gefahr - und werden gefällt

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Fällung beschlossen: Drei Linden vor den Häusern Lohstraße 14 und 16 sollen gefällt werden.

Halver - Weil sie einen Gehweg für viele Halveraner nur schwer passierbar machen, sollen drei Bäume an der Lohstraße gefällt werden.

Im Ausschuss für Planung und Umwelt wurde dies zwar allseits bedauert, am Ende votierte das Gremium bei zwei Gegenstimmen der Grünen aber mehrheitlich für die Fällung. 

„Wir sind hier in der Situation, schnell handeln zu müssen“, sagte Bürgermeister Michael Brosch. Den Weg nur zu sperren, sei keine Lösung, die Bäume müssten gefällt werden. „Wir haben hier eine Gefahr.“ Das wurde auch bei dem Ortstermin mit den Anwohnern deutlich. 

Der Hauseigentümer der Lohstraße Nummer 14 hatte ursprünglich um die Fällung von zwei Linden auf dem Gehweg gebeten, da sie eine Nutzungseinschränkung für das Grundstück und für die Benutzer des Gehwegs darstellten. 

Wurzeln zerstören den Weg

Die Verwaltung hatte noch einen dritten Baum vor dem Haus Nummer 16 miteinbezogen, bei dem das gleiche Problem besteht: Die Wurzeln haben das Verbundpflaster weit nach oben und die Bordsteine nach außen gedrückt, eine Gefahr für Benutzer des Fußwegs. „Was ist, wenn jemand fällt?“ fragte Herbert Odenbach, der ebenfalls im Haus Nummer 14 wohnt. 

Auch Anlieger Lothar Mund verwies auf die Verkehrssicherungspflicht der Stadt. Gisela Bick, die sich als Bürgerin ebenfalls ein Bild von der Situation machen wollte, kam zu dem Urteil: „Da kann kein Kinderwagen und kein Rollator her. Das geht nicht.“ 

Zurück im Ratssaal hielt es auch Martin Halbrügge (Grüne) für unstrittig, dass man handeln müsse. „Hier ist Gefahr im Verzug.“ Gegen eine Fällung sprach er sich trotzdem aus. „Ich wünsche mir, dass wir nicht vorschnell die Entscheidung treffen, die Bäume zu fällen, sondern zu schauen, welche anderen Möglichkeiten wir haben.“ 

Ein so enger Bürgersteig – mit weniger als einem Meter Abstand zwischen Grundstück und Baum – wäre heute gar nicht mehr zulässig. „Was macht man mit anderen Bürgersteigen, die nicht mehr ,up to date‘ sind?“, fragte Halbrügge. Was müsse getan werden, um der Sorgfaltspflicht zu genügen? 

Die Wurzeln haben das Verbundpflaster hochgedrückt.

„Wir sind bisher, was das Bäumefällen angeht, sehr zurückhaltend gewesen und haben sehr oft gegen die Interessen der Anwohner gestimmt und für die Bäume entschieden“, gab Andreas Hesse (CDU) zu bedenken. „Wir haben keine Zeit für eine große Lösung.“ Zähneknirschend müsse man der Fällung zustimmen. Auch Kurt-Dietrich Neuhaus (CDU) war der Meinung, dass man nicht erst in drei oder vier Jahren eine Lösung brauchte, sondern jetzt. 

„Die Lohstraße gehört zu den wenigen Alleen, die wir noch haben, deswegen ist es sehr bitter, wenn Bäume wegmüssen“, sagte Rainer Filling (SPD). „Das tut sehr weh.“Trotzdem plädierte er dafür, die Bäume zu fällen und den Gehweg herzurichten. Astrid Becker (SPD) verwies auf die Bedeutung dieses Gehwegs unter anderem als Schulweg oder Weg zum Kindergarten. Aufgrund des starken Verkehrsaufkommens auf der Lohestraße, sei es für die Fußgänger nicht zumutbar, dort die Straßenseite zu wechseln. 

Ersatzpflanzungen im Gespräch

Becker regte ebenso wie Ausschussvorsitzende Martina Hesse (CDU) Ersatzpflanzungen für die gefällten Bäume anregte. Paul-Adolf Turck (UWG) hielt weitere Fällungen für möglich. Bäume auf Gehwegen seien in Halver nichts Ungewöhnliches, allerdings seien an anderen Stellen die Wege breiter als an der Lohstraße. 

Dadurch sei die Situation eine andere als bei den drei Linden. Trotzdem war er sich sicher: „Dieses Thema wird uns immer wieder beschäftigen. Wir müssen damit rechnen, dass in nicht allzuferner Zukunft weitere solcher Anträge kommen werden.“

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