Immer weniger Bewerber für Ausbildungsplätze

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Die 19-jährige Melissa Schmitz macht beim Autohaus Piepenstock eine Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin. Der Betrieb bekam in diesem Jahr sehr wenig Bewerbungen. Insbesondere auf die kaufmännischen Stellen gab es kaum Reaktionen.

Halver - In gut zweieinhalb Wochen beginnt für zahlreiche junge Halveraner ein neuer Lebensabschnitt. Sie starten in ihr Berufsleben. Auch in den heimischen Firmen werden bereits Vorbereitungen getroffen. Doch noch sind nicht alle Ausbildungsstellen besetzt. Einige Ausbildungsbetriebe klagen über relativ wenige Bewerbungen.

„Bei uns sieht es eigentlich ganz gut aus. Wir werden mit zehn neuen Azubis in das neue Ausbildungsjahr starten. Eine Stelle ist allerdings noch nicht besetzt“, sagt Isabella Kimpfel, Ausbilderin bei der Firma Werner Turck. Das Unternehmen habe am Standort Halver kurzfristig noch einen Ausbildungsplatz zur Fachkraft Lagerlogistik geschaffen.

Ausbildung nach eigenem Bedarf

„Wir bilden immer für den eigenen Bedarf aus. Interne Analysen haben ergeben, dass wir in diesem Bereich Nachwuchs brauchen. Daher haben wir die Stelle jetzt doch noch ausgeschrieben“, erklärt Kimpfel. Für das Unternehmen sei es besonders schwer, technische Auszubildende zu finden. Für den kaufmännischen Bereich sehe es hingegen viel besser aus. Bis zu 100 Bewerbungen bekommt die Personalabteilung für einen Ausbildungsplatz.

Davon kann man beim Autohaus Piepenstock nur träumen. „Wir haben maximal eine Hand voll Bewerbungen für eine offene Stelle“, sagt Filialleiter Sebastian Smigaj. Am 3. August wird in dem Autohaus ein Auszubildender in der Werkstatt anfangen.

40 Bewerbungen für zwei Stellen

Ein bisschen besser sieht es im Baumarkt Lieder aus. Die Geschäftsführung konnte dort aus 30 bis 40 Bewerbungen wählen, um die zwei Stellen zu besetzen. „Damit wir überhaupt so viele Bewerbungen bekommen, müssen wir die Stellen schon aktiv ausschreiben“, erklärt Ulrich Wagener. Ein großer Teil an Bewerbungen werde von den Firmen sofort aussortiert.

„Es kommt immer wieder vor, dass Bewerbungsmappen unvollständig sind. Zum Beispiel fehlt der Lebenslauf oder die Zeugnisse. Das darf eigentlich nicht passieren“, sagt Kimpfel. Bewerber, die bislang noch auf der Suche sind, haben noch gute Chancen, rechtzeitig einen Ausbildungsplatz zu finden, heißt es von der Agentur für Arbeit in Iserlohn. Mehr als 200 offene Stellen gelte es noch zu besetzen.

„Der demografische Wandel macht sich immer mehr bemerkbar. Es gibt einfach weniger Bewerber“, erklärt Carina Bauer von der Agentur für Arbeit. Zudem komme es auch immer wieder vor, das Bewerber abspringen und die Stelle dadurch wieder frei wird.

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