4500 Quadratmeter Schaugarten

Auszeit nach 22 Jahren: Gartenlust bleibt 2019 geschlossen

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Karin Schröder und Bernd Flasdieck in ihrem selbstgeschaffenen Paradies: Trotz der Trockenheit, während der die beiden einen 200-Meter-Schlauch durch den Garten ziehen mussten, blühen die Blumen und bieten vielen Insekten eine Nahrungsquelle.

Halver - Einen Garten zu pflegen, kann harte Arbeit sein. Während vielen Menschen schon ein üblicher Garten von mehreren Quadratmetern zu viel Arbeit ist, pflegen Karin Schröder und Bernd Flasdieck mittlerweile seit 22 Jahren 4500 Quadratmeter. Nun brauchen sie eine Auszeit, die Gartenlust bleibt 2019 daher geschlossen.

„Es sind bestimmt 1000 Stauden“, sagt Karin Schröder. 1996 kaufte sie mit ihrem Mann das Grundstück in Altemühle im Südwesten Halvers. Damals war es eine 6000 Quadratmeter große Grasfläche. Heute sind davon etwa drei Viertel gestaltet, größtenteils wachsen bei Karin Schröder und Bernd Flasdieck mehrjährige Stauden. „Die sterben im Winter ab und kommen im nächsten Sommer wieder“, erklärt die 60-Jährige.

Arbeitstag selten unter zwölf Stunden

Zwischen die schön blühenden Pflanzen mischt sich allerdings auch häufig Unkraut. „Das ist die größte Arbeit“, sagt Bernd Flasdieck. Besonders Giersch sei extrem aggressiv. „Er erdrückt die Pflanzen irgendwann, wenn man ihn nicht entfernt“, sagt Schröder. „Wenn man oben angekommen ist, kann man unten gleich wieder anfangen“, sagt sie über die arbeitsintensivste Zeit von April bis Juni.

Das romantische Café der Gartenlust bleibt im kommenden Jahr geschlossen.

Generell würde ein normaler Arbeitstag selten unter zwölf Stunden bleiben. Bernd Flasdieck fängt bereits um 6 Uhr morgens an, Kuchen für das Café zu backen. Dann müssen die Pflanzen gegossen, der Garten gepflegt und eingekauft werden, bevor um 14.30 Uhr der Cafébetrieb beginnt. Bis 18 Uhr hat die Gartenlust dann geöffnet, danach steht allerdings keinesfalls Feierabend an. „Es muss aufgeräumt und geputzt werden, dann geht es ins Büro und die Buchführung muss gemacht werden. Das wird dann schon mal 21 Uhr“, erzählen Schröder und Flasdieck.

22 Jahre und viele Arbeitsstunden später - hier der Vergleich:

22 Jahre haben sie dieses Arbeitspensum durchgehalten. Anfangs wurden sie noch von Mitarbeitern unterstützt, seit einigen Jahren sind sie allerdings nur noch zu zweit. Das Programm haben sie in den vergangenen Jahren schon heruntergefahren, die Öffnungszeiten verkürzt. Nun wollen sie sich erst mal eine Auszeit gönnen.

„Wir merken schon seit einiger Zeit, dass wir das nicht mehr so verkraften wie früher. Der Körper sagt schon lange, dass er eine Pause braucht“, erklärt Karin Schröder. Die Kunden seien natürlich enttäuscht von der Schließung, zeigten aber auch viel Verständnis.

Endlich die Umgebung kennenlernen

Im kommenden Jahr möchten Karin Schröder und Bernd Flasdieck nach 22 Jahren in Halver endlich die Umgebung kennenlernen. Bisher hätten sie nur gearbeitet und dadurch nur die wichtigsten Straßen kennengelernt. „Jetzt wollen wir mal etwas für uns tun und die schöne Landschaft erkunden“, sagt Schröder. Den Garten möchten sie dabei weiter pflegen. „Aber dann ohne den Druck, dass es den Besuchern gefallen soll.“

Ein kleines Trostpflaster für alle Freunde des Staudengartens: Zur offenen Gartenpforte wird er 2019 noch geöffnet und auch die Ferienwohnung ist weiterhin zu haben. Wie es 2020 weitergeht, wird Ende nächsten Jahres entschieden.

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