Kaputte Ausweichstrecken

Straßengräben statt Bankette: Stadt bleibt auf Kosten sitzen

+
Die Furchen auf den Ausweichstrecken zwischen Heesfeld, Neuenhaus, Berge und Schmidtsiepen werden immer tiefer.

Halver - Die Stadt wird auf den Straßenschäden auf den Ausweichstrecken aller Voraussicht nach sitzen bleiben. Bis zur Aufhebung der Sperrung der Bundesstraße 229 nutzen Ortskundige gerne die Nebenstrecken. Das hat Folgen.

Was die Anwohner im Bereich Schwenke erleben durften, als die Sperrung der Straße im Bereich Radevormwald gültig war, passiert seit Wochen auch zwischen Heesfeld, Neuenhaus, Berge und Schmidtsiepen. 

Das Sträßchen, 2,80 bis 3,50 Meter breit, zugelassen für Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen, verdaut zurzeit dass Fünf- bis Zehnfache der sonstigen Verkehrslast. Der Begegnungsverkehr findet mit den Rädern in der Böschung, bis fast zu den Achsen in den Wiesen und dem Außenspiegel in der Hecke statt. 

Umgefahrene Leitpfosten, schmieriger Asphalt.

Wer dort pendelt oder wohnt, hat sein Auto seit Beginn der Sperrung nicht mehr gewaschen, weil es schlicht sinnlos ist. Statt Bankette gibt es nur noch lange Schlamm- und Wassergräben. Der Hoffnung, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW sich um die Schäden an der städtischen Straße kümmern könnte, gibt man sich seitens der Stadt Halver nicht hin. 

Gleiches Phänomen an der Straße zum Sticht

Das gleiche Erscheinungsbild hatte nach der langen Sperrung der Heerstraße auch die Straße zum Sticht aufgewiesen. Auch hier musste die Stadt selbst einspringen. Offizielle Ausweichstrecke ist schließlich der Weg über Oberbrügge und Karlshöhe. Doch auch die Umleitung ist mit der Sperrung massiv in Mitleidenschaft gezogen. Zwar hatte der Landesbetrieb im Rahmen einer zweiwöchigen Sperrung die Landesstraße 892 – Heerstraße zwischen Oberbrügge und Halver – an den Rändern verstärken lassen, damit die schmale Straße den Schwerverkehr besser verkraftet, doch der hat die Bankette auf großen Teilen der Straße trotzdem zerstört. An den Engstellen bei Schmidtsiepen haben sich Lkw von Beginn an den nötigen Platz selbst geschaffen. 

Das Fünf- bis Zehnfache der sonstigen Verkehrslast muss die schmale Ausweichstrecke einstecken.

Was weiter mit der Landesstraße passiert, hat der Landtagsabgeordnete Gordan Dudas vom zuständigen Ministerium seit dem Sommer auch schriftlich: Nichts. Der zuständige Staatssekretär Dr. Hendrik Schulte bedankt sich für dessen Anfrage zum Thema, verweist aber auf den Sanierungsstau den die Vorgängerregierung aufgebaut habe. Hoffnung macht er aber dem Abgeordneten nicht, und in den Planungen des Landes ist die L892 mit aktuellem Stand nicht aufgeführt. 

Holperstrecke wird vorerst bleiben

„Bis zur Durchführung der Sanierungsmaßnahme wird die Straße durch die Straßenmeisterei beobachtet, um mit geeigneten Maßnahmen dafür zu sorgen, dass die Verkehrssicherheit stets gewährleistet ist“, so das Schreiben aus Düsseldorf. 

Im Ergebnis heißt das, dass die Heerstraße vom Ortsausgang Oberbrügge bis zur Karlshöhe auf absehbare Zeit wohl Holperstrecke bleiben wird – was Gordan Dudas so nicht hinnehmen will. „Das ist eine der schlimmsten Straßen im Wahlkreis. Das Thema ist für mich noch nicht vom Tisch.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare