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Kneipen im MK wollen WM-Spiele aus Katar zeigen - Kein Public Viewing

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Von: Sarah Lorencic

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Viele Meinerzhagener waren zum Public Viewing auf dem Otto-Fuchs-Platz gekommen.
Ein Public Viewing zur WM ist in Halver nicht vorgesehen. © Gertrud Goldbach

Wie viel von der Fußball-WM in Halvers Kneipen zu sehen sein wird, ist noch nicht ganz klar.

Halver - Das Team einer Kneipe in der Düsseldorfer Altstadt hat öffentlich erklärt, dass es keine Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar zeigen wird. Damit protestieren die Mitarbeiter gegen die Arbeitsbedingungen in dem arabischen Land, wie es heißt. Unter dem Motto „Kein Katar in meiner Kneipe“ hat die Düsseldorfer Altstadtkneipe gleichzeitig eine Boykott-Bewegung initiiert. Die Macher hoffen, dass sich ihr andere Bars und Kneipen anschließen. Gehen Halvers Kneipen mit?

In der „Neustadt“ Halver ist der Umgang mit der Weltmeisterschaft noch nicht ganz klar. Inhaberin Iveta Svejnar zeigte erst kürzlich die Spiele der Frauen-Europameisterschaft. Selbstverständlich war das nicht, denn parallel lief am Tag des Finals auch ein DFB-Pokalspiel. Trotzdem fällte Iveta Svejnar eine klare Entscheidung. Für die Winter-Weltmeisterschaft der Herren hat sie das noch nicht. Sie wird sich eher dem Wunsch der Gäste anpassen. Wenn sie die Spiele sehen wollen, wird die Wirtin den Fernseher anschalten.

Mit Zähneknirschen

Ähnlich sieht das Marc Haarmann vom Litfass Halver. Er wird die Spiele wohl zeigen, wenn auch „zähneknirschend“, wie er sagt. „Wer die Spiele sehen will, guckt sie“, sagt Haarmann. Und weil sie eh geschaut werden, will sich Haarmann die Einnahmen nicht entgehen lassen – gerade in den schwierigen Zeiten und nach der schlauchenden Corona-Pandemie. Trotzdem hat er kein gutes Gefühl dabei. „Die Menschenrechtslage, die Arbeitsbedingungen...“, zählt Haarmann auf, könne er nicht gutheißen.

Die Spiele der Weltmeisterschaft finden vom 20. November bis zum 18. Dezember statt. Für ein Public Viewing eine ungeeignete Jahreszeit. Hat der Stadtmarketingverein Meinerzhagen das Finale der Frauen-Europameisterschaft noch in Form eines Public Viewings übertragen, wird es für die Weltmeisterschaft kein „Rudelgucken“ geben.

Den deutschen Fußballerinnen, die es ins Finale geschafft hatten, wollte man seitens des Vereins einen „würdigen Rahmen“ geben „Es war etwas Besonderes“, sagt Davina Falz vom Stadtmarketingverein. Viele Gründe sprechen aber dieses Mal gegen ein Public-Viewing. Zum einen die Außentemperaturen, aber auch der Austragungsort, wie Davina Falz betont. Ob es eine Übertragung auf einer Leinwand gegeben hätte, wenn die WM im Sommer stattgefunden hätte, kann sie so nicht beantworten. Sicherlich hätte man aber im Vorstand darüber stark diskutiert.

In Halver wurde seitens des Stadtmarketingvereins bislang jede WM und EM übertragen, wie Geschäftsführer Matthias Clever rückblickend erzählt. Über die WM in diesem Jahr habe man sich allerdings noch keine Gedanken gemacht. Dennoch schließt Clever aus, dass es ein Public Viewing in Halver geben wird. Vieles komme zusammen, sagt der Halveraner. Die Jahreszeit, die Anstoßzeiten und eben auch Katar.

Dennoch betont Clever, dass der Stadtmarketingverein unpolitisch sei und deshalb eine Übertragung der WM in Katar nicht kategorisch ausschließen würde. Wie in Meinerzhagen, werde diskutiert werden müssen. In diesem Jahr sprechen aber ohnehin viele Gründe gegen ein Rudelgucken auf dem Alten Markt und anderswo im Umkreis.

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