Blick in das Leben von Halver

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Peter Bell, zweiter Vorsitzender des Heimatvereins, hat nicht nur Auszüge aus dem Tagebuch von Pfarrer Ewald Dresbach auf große Kartons gezogen, sondern stellt auch die Bände des Allgemeinen Anzeigers von 1914 bis 1919 zur Verfügung.

Halver - „Es ist gefährlich, wenn man in die Zeitungsbände hineinschaut“, sagte Peter Bell, zweiter Vorsitzender des Heimatvereins, bei der Eröffnung der Ausstellung „Kriegs-Chronik der Gemeinde Halver von 1914 bis 1918 - Tagebuchaufzeichnungen von Dr. Ewald Dresbach, Pfarrer in Halver“.

Denn die neue Ausstellung im Heimatmuseum, die bis Ende Oktober zu sehen sein wird, wurde um die alten Zeitungsbände des Allgemeinen Anzeigers aus den Jahren 1914 bis 1919 ergänzt. Und wer darin erst einmal mit dem Lesen anfange, so Bell, der könne gar nicht wieder aufhören. Viel Lesen können die Besucher auch über die Euphorie zu Beginn des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Ebenso über die Gefallenen, denn Dresbach habe stets am Ende eines Monats die Gefallenen aufgeschrieben, erzählt Harald Rediger.

Er hat das Tagebuch, das sich im Stadtarchiv befindet, aufgearbeitet und kann das 139 Seiten starke Werk nun, ergänzt mit einer Reihe von alten Bilder, als Nachdruck herausgeben. Die „Kriegs-Chronik der Gemeinde Halver“ von Pfarrer Dresbach war 1932 erschienen. Auszüge daraus sind vergrößert und auf Kartons aufgezogen worden. Die Ausstellung wirke zwar auf den ersten Blick spartanisch, meinte Bürgermeister Dr. Bernd Eicker bei der Eröffnung, gewähre jedoch einen tiefen Einblick in die Geschichte von Halver vor einem Jahrhundert.

Es verdeutliche auch, dass es im Ersten Weltkrieg auch in Halver eine große Hungersnot gab. „Ich musste Pausen machen, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen“, verdeutlichte Rediger, dass man beim Lesen und Aufarbeiten gesehen hat, wie schlimm es damals in Halver war. Lebensmittel habe es nur auf Karten gegeben, ins Brot wurden Kartoffeln beigemischt und Obstkerne gesammelt, um daraus Öl zu pressen. Bernd Eicker hatte „die Erzählungen hautnah mitbekommen“, von Großeltern und anderen.

Der Bürgermeister erinnerte auch daran, dass der Erste Weltkrieg große Auswirkungen auf das ganze Jahrhundert (besonders auch auf den Zweiten Weltkrieg) hatte. „Es ist eine in die Zeit passende, wichtige Ausstellung“, hofft das Stadtoberhaupt, dass möglichst viele, insbesondere auch Schulklassen, sich die Kriegs-Chronik im Heimatmuseum ansehen.

Eickers besonderer Dank galt natürlich Peter Bell, Rudi Olson und Harald Rediger, die für diesen „Höhepunkt im Kulturleben“ - der einen Blick in das Halveraner Leben vor 100 Jahren ermöglicht - verantwortlich zeichnen. Die Ausstellung ansehen kann sich jeder dienstags bis donnerstags jeweils von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 10.30 bis 12 Uhr.

Von Det Ruthmann

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