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Ausspruch für Fahrradstraße in Halver - mehr Sicherheit

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Von: Sarah Lorencic

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Eine Fahrradstraße in Halver? Darüber unterhalten sich derzeit die Verantwortlichen.
Eine Fahrradstraße in Halver? Darüber unterhalten sich derzeit die Verantwortlichen. © Julian Stratenschulte/DPA

Die geplante Fahrradstraße in Halver wird viele Effekte haben, da ist sich nicht nur der Arbeitskreis sicher, sondern auch der Ausschuss für Planung und Umwelt.

Halver – Die Hermann-Köhler-Straße soll eine Fahrradstraße werden. Hintergrund ist das innerstädtische Schülerradwegekonzept, das den Weg zur Schule mit dem Rad sicherer gestalten soll. Wie Sachbearbeiterin Ramona Ullrich im Planungsausschuss noch einmal bestätigte, wäre die Halveraner Straße die erste ihrer Art im Märkischen Kreis bis auf eine bereits 1996 ausgewiesene in Iserlohn.

Ullrich griff auf diese Information hin zum Hörer und wollte von der Stadt Iserlohn wissen, welche Erfahrungen sie damit gemacht hat, berichtete sie im Ausschuss. „Durchweg positive Erfahrungen“, konnte Ullrich die Iserlohner zitieren. Zudem riet man Halver, das „durchaus mal zu machen“. Auch der Märkische Kreis stehe dem Plan positiv entgegen. „Also“, appellierte Ramona Ullrich an die Ausschussmitglieder, „sollte man die Fahrradstraße in Angriff nehmen.“

Was ist eine Fahrradstraße?

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) erlaubt in Fahrradstraßen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Falls Pkw und/oder Motorräder zulässig sind, dürfen sie den Radverkehr weder behindern noch gefährden. Sie dürfen also nicht drängeln, wenn Radler nebeneinander fahren – was hier ausdrücklich erlaubt ist. Das hat aber keinen Einfluss auf das Vorfahrtsrecht: Falls die Vorfahrt nicht durch Zeichen geregelt ist, gilt für alle rechts vor links. Autos und Motorräder dürfen in Fahrradstraßen grundsätzlich auch parken, falls keine Beschilderung dies verbietet oder einschränkt.
Quelle: ADAC

Einige Nachfragen hatten die Mitglieder aber. Sina Löscke (Bündnis 90/Die Grünen) wollte wissen, was „probehalber“ genau bedeutet. Ein Jahr, entgegnete Ullrich. So lange müsse man das Projekt schon laufen lassen. Danach könne man aus der Probezeit eine dauerhafte Festsetzung machen. Sina Löschke plädierte für eine größtmögliche Transparenz und forderte vom Arbeitskreis Kriterien, mit der dieser die Zeit bewerten kann und will. Sie will „Fakten“ und nicht nur ein „Bauchgefühl“.

Befragung der Anwohner

Wie Sitzungsleiter Armin Kibbert (SPD) aus seiner beruflichen Perspektive bei der Polizei erklären konnte, könnten Verkehrsunfälle als Bewertungen miteinfließen. Weiter wurde eine Befragung der Anwohner der Hermann-Köhler-Straße von Kämmerer Simon Thienel vorgeschlagen.

Diese könnten positive Nebeneffekte merken. Wie Ramona Ulrrich erklärte, machen es solche Straßen dem Kfz-Verkehr komplizierter, sodass er diese Straße mitunter gänzlich als Abkürzung meidet. Marvin Schüle (CDU) schlug vor, eine Smiley-Anlage schon jetzt an der Straße zu installieren, um einen Vorher-Nachher-Vergleich zu haben. Eine solche Anlage kommt zum Beispiel an der Heerstraße in Oberbrügge zum Einsatz.

Warum denn nicht gleich eine Anliegerstraße ausweisen, fragte Benedikt Haake (UWG). Auch das konnte Armin Kibbert erklären. „Eine Anliegerstraße zu kontrollieren, ist nahezu unmöglich.“ Damit war die Überlegung vom Tisch und es bleibt bei der Beschilderung „Kfz frei“. Und neben der neuen Schilder wird es nichts weiter geben, erklärte er. Keine Fahrradsymbole auf der Straße und auch keinen Mittelstreifen. „Das Schild reicht.“ Trotzdem müsse man die Autofahrer dafür sensibilisieren, weil nicht alle das Schild kennen und solche Straßen in der Region grundsätzlich nicht. Aber genau darum gehe es eben auch: Um die Erziehung der Autofahrer im Umgang mit Radfahrern, wie es Jürgen Wichert formuliert (SPD).

Mehr Sicherheit für die Schüler

An erster Stelle aber stehen die Schülerinnen und Schüler, die den Weg zur Schule auch sicher alleine bewältigen können sollen. Die Frage nach der Nutzung der Zielgruppe wolle man mit den Schulen und ihren sogenannten Mobilitätsmanagern besprechen, erklärt Ramona Ullrich. Die Idee, die gesetzten Radwege im Unterricht zu thematisieren, schlägt Ullrich beispielsweise vor. Und auch beim diesjährigen Stadtradeln könnte die Straße schon ihre erste Rolle spielen. Noch mehr Aufmerksamkeit verspricht sie sich in der Mobilitätswoche Mitte September. Marvin Schüle: „Ich freue mich, dass das Thema Fahrrad nach vorne gebracht wird.“ Einstimmig geht der Beschlussvorschlag in den Hauptausschuss.

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