Wahrzeichen besteigen an jedem Samstag

Erste Besucher auf dem Aussichtsturm - Fotos online

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Musikalische Begrüßung: Die Mitglieder des Fanfarencorps durften zuerst nach oben.

Halver - Ausgebucht war der Aussichtsturm an der Karlshöhe am Samstag. Die ersten Halveraner wollten es sich nicht nehmen lassen, „ihren“ Turm zu erklimmen.

Nach der offiziellen Eröffnung mit geladenen Gästen und Vertretern der Stadt am Donnerstag, durften am Samstag bei der zweiten Einweihung auch Besucher den Turm besteigen. Die mussten zuvor Tickets über die Homepage des Heimatvereins buchen. Denn: Corona macht auch vor dem Aussichtsturm nicht Halt. 

Wer sich mit den üblichen persönlichen Angaben angemeldet hatte – und vor allem schnell war – konnte sich ein 30-minütiges Zeitfenster für den Besuch sichern. Jeweils vier Besucher gleichzeitig waren erlaubt. Der Samstag war innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. 

Fanfarencorps begrüßt die ersten Gäste

Bevor jedoch die Gäste die insgesamt 103 Stufen erklimmen durften, taten das Mitglieder des Fanfarencorps Landsknechte Halver. Da das Platzangebot auf der Aussichtsplattform begrenzt ist, spielten die Musiker in kleiner Besetzung. Dennoch waren die Klänge der Fanfaren in 460 Metern Höhe über dem Meeresspiegel bis in die Stadt hinein zu hören. 

Martin Rewitz war der erste Besucher auf dem Aussichtsturm. Von Bürgermeister Michael Brosch bekam er eine Flasche "guten Tropfen" überreicht.

Als erstem Turmbesucher überreichte Bürgermeister Michael Borsch Martin Rewitz einen „guten Tropfen“, die ersten auf regulärem Weg gebuchten Besucher waren indes Jörg und Lukas Berner. „Ich bin das letzte Mal vor knapp 22 Jahren auf dem Turm gewesen“, erzählte Jörg Berner. „Damals konnte man sich den Schlüssel noch an der Tankstelle gegenüber abholen.“ Auch Sohn Lukas hätte die Aussicht vom Turm gerne früher genossen. „Doch dann war der immer gesperrt.“ 

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So bestaunten Lukas und sein Vater das frisch sanierte Bauwerk am Samstag das erste Mal gemeinsam. „Für meine Frau und unsere Tochter habe ich noch einen Termin gebucht“, verriet Jörg Berner. Erste Amtshandlung auf der Aussichtsplattform: Nach dem eigenen Zuhause suchen. „Wir können den Turm nämlich von daheim sehen“, so Jörg Berner. Nicht nur deshalb war Berner froh über die Initiative des Heimatvereins, den maroden Aussichtsturm zu sanieren und zu erhalten. „Der Turm gehört einfach zu Halver.“ 

Rettung des Turms war erfolgreich

Das fanden die Mitglieder des Heimatvereins vor etlichen Jahren auch – und hatten die Initiative Aussichtsturm gegründet, als der Abriss des maroden Turms zur Debatte stand. Dank zahlreicher Spenden, Fördergelder und Beteiligung der Stadt wurde das Wahrzeichen erhalten und aufwendig saniert. 

Halveraner Aussichtsturm wieder geöffnet

Die Feuchtigkeit im Turm war für die Halveraner Architektin Cathrin Brückmann, Ur-Ur-Enkelin von Turmerbauer Carl Brückmann, eine der größten Herausforderungen. Hauptproblem: Über die ungeschützte Aussichtsplattform und die darunter liegende Ebene drang Regenwasser in den Turm ein, fand aber in den letzten Jahrzehnten nicht mehr den Weg hinaus. Grund war Anfang der 1990er-Jahre eine 200 000 D-Mark teure Sanierung, die nach heutigem Erkenntnisstand so nicht mehr durchgeführt werden würde. Die Außenbeschichtung des Turms ließ die Feuchtigkeit schlicht nicht mehr heraus – mit fatalen Folgen. 

Die Sanierung ist nach mehreren Jahren abgeschlossen.

Cathrin Brückmann und ihr Team steuerten dagegen. Die Aussichtsplattform wird nun entwässert, die darunter liegende Ebene mit Fenstern verschlossen. Weil das in der kalten Jahreszeit dennoch nicht ausreicht, wurden zusätzlich unauffällige Heizspiralen installiert, die nach Bedarf zugeschaltet werden können. Die vielleicht imponierendste Zahl der Sanierung betrifft die Fugen des Mauerwerks. Neun Kilometer wurden neu verfugt.  Arbeiten, die sich gelohnt haben – der Aussichtsturm an der Karlshöhe strahlt in neuem Glanz. 

Weitere Besuchszeiten stehen fest

Davon können sich alle Halveraner, die am ersten Wochenende kein Ticket ergattern konnten, auch selbst überzeugen. Für einen Kostenbeitrag von 2 Euro lassen sich die 23,5 Höhenmeter samstags von 14 bis 16 Uhr überwinden. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren haben freien Eintritt. Nötig ist vorher nur die Anmeldung auf der Homepage des Heimatvereins unter www.heimatverein-halver.de. Dort kann sich auch jeder Interessierte melden, der bereit ist, ehrenamtlich mitzuhelfen und als Turmwächter samstags Gäste am Turm an der Karlshöhe zu empfangen.

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