Tag der Ausbildung: Handwerk hat Potenzial

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Bürgermeister Dr. Bernd Eicker und Sabine Vogler besuchten Elektro Panne. ▪

HALVER ▪ Jan Baltuttis hat seinen Traumberuf gefunden: Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Was er da so macht, präsentierte der Auszubildende der Firma Elektro Panne am Montag Bürgermeister Dr. Bernd Eicker und Sabine Vogler von der Bundesagentur für Arbeit. Sie besuchten im Rahmen des Tags der Ausbildung den Betrieb von Andreas Urban.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass gerade im Handwerk ein unheimliches Ausbildungspotenzial stecke, dass vielen gar nicht bewusst sei.

Vier Auszubildende beschäftigt Urban derzeit. Im August kommen zwei weitere hinzu. „Es ist gar nicht so leicht, den passenden Mann oder die passende Frau zu finden. Wir bekommen hier nicht 100 Bewerbungen für eine offene Stelle“, erklärte der Inhaber. Gerade einmal zehn Jugendliche hätten sich auf die zwei offenen Ausbildungsstellen beworben. Die Hälfte habe Urban sofort aussortiert: „Die Noten in Mathe, Physik und Englisch waren viel zu schlecht.“ Ein Problem, das Sabine Vogler von der Agentur für Arbeit in Iserlohn gut kennt: „Das Klischee, Elektriker bohren Löcher und ziehen Leitungen durch Wände, stimmt einfach nicht. Er muss viel mehr können.“ Vom Glühbirne wechseln bis zum Erstellen von komplexen Industrieanlagen sei alles dabei. „Genau das macht den Reiz aus. Ich erlebe jeden Tag etwas neues“, erklärte Baltuttis.

Bürgermeister Eicker nutzte die Chance, um noch einmal an die Jugendlichen zu appellieren, das Potenzial, das im Handwerk stecke, nicht zu verkennen: „Handwerk hat goldenen Boden – noch heute ein wahrer Spruch.“ Diese Berufe seien oft nicht so populär, doch würden sie gute Zukunftschance bieten. „Im Handwerk wird gut ausgebildet, es sind handfeste Berufe mit einer hohen Arbeitsplatzsicherheit“, so Eicker weiter. Die Jugendlichen sollten sich nicht vom Schick moderner Berufe, wie beispielsweise im Bereich der Medien, blenden lassen. Auch das Handwerk biete jede Menge Entwicklungschancen. „Ich arbeite seit 25 Jahren in Halver, habe hier meine Ausbildung absolviert, mich zum Vorarbeiter hochgearbeitet und dann diesen Betrieb übernommen“, erzählte Urban. Wie ihm gehe es vielen Handwerkern. So könne nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung mühelos ein Studium an einer Fachhochschule angeschlossen werden. „Heute ist alles möglich. Es gibt Professoren, die einst mit einem Hauptschulabschluss die Schule verließen“, erklärte Eicker.

Besonders gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz hätten Schüler, die zuvor bereits ein Praktikum absolviert haben. „Gerade in so kleinen Betrieben kommt es nicht nur auf das Fachliche, sondern auch auf das Menschliche an“, erläuterte Urban. Ein freiwilliges Praktikum in den Ferien sei daher empfehlenswert und zeuge vom Willen, des Bewerbers. ▪ Lydia Machelett

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