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Schöner rasten für Touristen: Verbände und Städte kooperieren

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Von: Florian Hesse

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Ralf Thebrath, Imke Heymann, Kai Hellmann, Michael Brosch und Bernd Strotkemper (von links) stellten den neu hergerichteten Rastplatz vor. 
Ralf Thebrath, Imke Heymann, Kai Hellmann, Michael Brosch und Bernd Strotkemper (von links) stellten den neu hergerichteten Rastplatz vor.  © Florian Hesse

Es ist ein schöner Fleck Natur bei Hagebüchen. Im Halbschatten unter einer Eiche und zwei Kirschbäumen stehen nun zwei große, bequeme Bänke und eine große Karte, ein Relief und eine Beschreibung dessen, weshalb der Rastplatz geschaffen wurde.

Halver - Seit Kurzem ist er wunderschön aufgearbeitet als Gemeinschaftsprojekt der Städte Halver und Ennepetal, des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge und des Verbundes der Leader-Region Oben an der Volme.

Der Platz ist – wie man sich die Route über den Wanderweg A2 auch legt – Ausgangs- oder Endpunkt oder auch Zwischenstation der Tour durch die Wilde Ennepe. Der Wanderweg selbst ist nun etwas anders gezeichnet. Besucher sollen ein wenig aus dem Gestrüpp und Schlamm mitten durchs Bachgebiet herausgehalten werden, so das Ziel. Erwünschter Nebeneffekt: Die gut sechs Kilometer lange Runde ab der Karlshöhe (mit Schlemmer Imbiss und Cattlemen’s am Ausgangspunkt) wird deutlich familientauglicher.

Möglich gemacht hat die Grundsanierung des Rastplatzes an geologisch hochinteressanter Stelle das Engagement des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge, der in die Aufarbeitung 4200 Euro gesteckt hat, wie Regionalmanager Bernd Strotkemper sagt. Interessant ist aber auch die Konstellation der weiteren Akteure. Denn die Fläche auf Halveraner Stadtgebiet an sich gehört einem Anwohner, und der wiederum hat sie verpachtet. Pächterin ist die Stadt Ennepetal, der das Quellgebiet des Bächleins wichtig ist. Immerhin gibt die Ennepe der Stadt ihren Namen. Aus diesem Grund war auch Bürgermeisterin Imke Heymann zu Besuch auf der Hagebücherhöh – mit ihrem Halveraner Amtskollegen Michael Brosch.

Zwei Kirschen und eine Eiche sorgen für angenehmen Halbschatten.
Zwei Kirschen und eine Eiche sorgen für angenehmen Halbschatten. © Florian Hesse

Sie konnten auch gleich ausprobieren, was es mit dem Örtchen auf sich hat, um das sich auch eine Geschichte aus der „Sagenwelt Oben an der Volme“ spinnt. Über einen QR-Code an einer der Bänke wird sie als Hörspiel vorgetragen.

Der QR-Code führt in die Sagenwelt.
Der QR-Code führt in die Sagenwelt. © Florian Hesse

Das Hörspiel macht den Weg noch ein bisschen attraktiver für Familien. Für Naturliebhaber und erdkundlich Interessierte erschließen sich aber am Ende des Sauerlands, geografisch schon eher ins Bergische reichend, noch viele andere Dinge. Denn nicht jeder kennt das Geheimnis der wandernden Felsblöcke, die es vor Hunderten Millionen Jahren an die Oberfläche gedrückt hat und die im Lauf der Eiszeit durch den Wechsel von Frost- und Tauperioden ihren Weg in Millimeterschritten ins Tal der Ennepe nahmen.

Die naturwissenschaftliche Erklärung deckt sich dabei nicht mit dem Mythos, der um die tonnenschweren Felsen überliefert ist. Im Wortlaut: „Zwei Riesen, die in Halver und in der Bommert wohnten, bewarfen sich im Streit mit Felsblöcken. Da diese zu schwer waren, verfehlten sie ihr Ziel und fielen im Ennepetal nieder und versanken tief in der Erde. Alle 100 Jahre sollen sie sich inmitten einer Nacht umdrehen.“

Ganz vollständig ist die Sammlung der Quarzblöcke im Ennepe-Quellgebiet übrigens nicht. Ein Teil von ihnen wurde bei der Errichtung des Denkmals an der Leye zur Erinnerung an den Befreiungskrieg verwendet, haben Heimatkundler recherchiert. Ein Besuch des Naturschutzgebiets lohne auf jeden Fall. Es sei ein touristisches Highlight für die Region, waren sich Bürgermeisterin und Bürgermeister beim Ortsbesuch einig.

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