Märkisches Jugendsinfonieorchester begeistert in der Turck-Aula

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Das Märkische Jugendsinfonieorchester erntete viel Beifall vom Publikum in der Turck-Aula.

Halver -  Ins Zeitalter der Dampfmaschinen begibt sich das Märkische Jugendsinfonieorchester (MJO) mit seinem diesjährigen Konzertprogramm „Unter Dampf“. Am Sonntag war das erfolgreiche Nachwuchsorchester unter der Leitung von Thomas Grote mit weit mehr als Maschinenmusik zu Gast in der Aula der Firma Turck.

Der Ort war zunächst Anlass für ein Gedenken: Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper würdigte den verstorbenen Werner Turck als einen „sehr großzügigen Mann“ und erinnerte an seine Unterstützung des heimischen Musiklebens. Das Orchester unterstrich diese Botschaft mit der Ouvertüre und dem Rondeau aus der feierlichen „Abdelazer Suite“ des britischen Komponisten Henry Purcell.

Das Thema des Rondeau sollte in der zweiten Hälfte des Konzertes noch eine gewichtige Rolle spielen, denn Benjamin Britten nutzte die eingängige Melodie für seinen „Young Person’s Guide to the Orchestra“. Giacomo Meyerbeer, deutscher Opernkomponist in Paris, komponierte mitten im Zeitalter der Dampfmaschinen seine „Fest-Ouvertüre im Marschstyl zur Londoner Weltausstellung 1862“.

Unverkennbar war der Ort des Geschehens festgehalten, da Meyerbeer im Schlusssatz eine Melodie von Thomas Augustine Arne zitierte, die später mit viel englischem Patriotismus aufgeladen wurde und zum Programm der „Last Night of the Proms“ gehört: „Rule Britannia!“ „Pacific 231“ heißt die Dampfmaschine, die einen Komponisten des 20. Jahrhunderts veranlasste, Tempi, Geschwindigkeiten und Geräusche dieser Schnellzuglok sinfonisch umzusetzen. Irgendwelche Dummköpfe nannten das Stück damals einen „skandalösen, ordinären Wirrwarr“.

Multimedial in Szene gesetzt wurde die Fahrt von „Pacific 231“ durch einen Film von Jean Mitry, der die Dampflok mit seiner Kamera begleitet und so die Bilder zur Musik des Orchesters geliefert hatte. Üblicherweise spielt der Stipendiat der Märkischen Kulturkonferenz als Solist bei den Konzerten des MJO. Das war bei Xavier Larsson Paez nicht anders, und so hatte das Orchester die Aufgabe, ein Orchesterwerk zu finden, bei dem das Saxophon in der Rolle des Soloinstrumentes auftritt. Fündig wurde man bei Alexander Glasunow, bei dessen „Konzert für Alt-Saxophon und Streichorchester“ Xavier Paez seine spielerische Klasse zeigen konnte.

Am Schluss erklang schließlich eine Einführung in die Zusammensetzung eines Orchesters, die gleichzeitig schöne Musik ist. Moderator Stephan Quandel begleitete mit seinem Kommentar das Publikum durch die Instrumentengruppen des Orchesters bis zur Klangfülle des gemeinsamen Finales: „Nachdem wir das Orchester in seine Einzelteile zerlegt haben, setzen wir es jetzt wieder zusammen.“ Das gelang glücklicherweise.

Für den langen Beifall bedankte sich das Orchester noch mit dem Marsch Nummer 4 aus dem Zyklus „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar. Es kehrte damit nochmals zu Klängen zurück, ohne die die urenglische „Last Night of the Proms“ nicht denkbar ist. Das MJO spielt sein Programm „Unter Dampf“ am Sonntag, 23. August, ab 18 Uhr im Kulturhaus Lüdenscheid.

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