Aufräumen in Halvers Wäldern nach Orkan "Friederike"

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Halver - „Es bringt jetzt nichts, Druck zu machen.“ Der Satz von SPD-Vize Manuela Schwesig vor dem Ende der GroKo-Verhandlungen könnte ebenso von Revierförster Ulrich Ackfeld stammen. Mit ihm sprach der Allgemeine Anzeiger über Halvers Wald nach dem Orkan „Friederike“.

Wie viel Holz hat Friederike im rund um Halver gefällt? 

Ackfeld hatte im ersten Durchgang die Menge auf etwa 3000 Festmeter geschätzt. Im bereits abgearbeiteten Bereich rund um Ostendorf und Halverscheid war er von rund 800 Festmeter ausgegangen. 1200 Festmeter sind das Ergebnis in der Realität. 

Wo sind die größten Schäden? 

Einzel-, Gruppen- bis hin zu kleineren Flächenwürfen sind über das gesamte Revier verteilt. Tendenziell erkennt man jedoch eine Schadenskonzentration im nördlichen Revierteil. 

Wie sollten Waldbesitzer sich verhalten? 

„Aktionismus ist fehl am Platz. Wir müssen das in Ruhe und koordiniert angehen“, sagt Ackfeld. Der Abfluss von Holz an die Abnehmer, in der Regel Sägewerke, müsse gleichmäßig erfolgen – im Interesse der Eigentümer und der Sägewerke. Daher sollte sich jeder Waldbesitzer, der sein Sturmholz in Eigenregie aufarbeiten möchte, im Vorfeld mit seinem zuständigen Förster in Verbindung setzen. 

Fällt der Holzpreis nach einem solchen Sturmereignis? 

Friederike hat in Halver etwa ein Viertel des jährlichen Holzeinschlags von ca. 12 000 Festmetern zu Boden gebracht. Es ist also nur ein Bruchteil der Schadmengen durch den Sturm Kyrill im Jahr 2007. Bislang liefere man das aufgearbeitete Sturmholz in vorliegende Verträge. Nachfolgeverträge werden zurzeit ausgehandelt. Grundsätzlich ist die FBG Halver jedenfalls bemüht, das anfallende Holz ihrer Mitglieder zu einem einheitlichen Preis zu übernehmen.

Was ist das Problem bei den Arbeiten im Wald? 

Der flächendeckende Anfall des Holzes bereitet die größten Schwierigkeiten. Möglichst jede Waldfläche muss auf Schadholz kontrolliert werden. Abhängig von Schadensmenge, Verkaufskontingenten, Witterung und weiterem müssen dann Aufarbeitungsblöcke gebildet werden. Dies wurde in den letzten Wochen durch die äußerst nasse Witterung erschwert, da nicht alle Bereiche befahrbar waren. 

Ist bei den Arbeiten im Zusammenhang mit Friederike jemand verletzt worden? 

Für Halver hier ein klares Nein. Das liege daran, dass nur qualifiziertes Personal mit Zusatzqualifikation und Ortskenntnis eingesetzt werde, sagt Ackfeld. Und es gebe die ausdrückliche Anweisung, bei gefährlichen Bäumen nur mit Hilfe von Rückemaschinen zu Werke zu gehen. 

Wird zurzeit noch anderes als Sturmholz aus den Wäldern geholt? 

Nein. Es wird zurzeit ausschließlich Sturmholz aufgearbeitet. Ausnahmen sind Bäume, die erkennbar vom Kippen gefährdet sind oder auf andere Weise eine Gefahr darstellen: „Jeder Baum, der stehen bleiben kann, bleibt stehen.“ 

Gibt es ein Waldbetretungsverbot in Halver? 

Ein ausdrückliches Waldbetretungsverbot gibt es zwar nicht, es besteht allerdings eine ausdrückliche Warnung des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland und auch des Försters, die Waldwege nicht zu verlassen und Bereiche, wo Bäume noch quer über den Wegen liegen oder gerade Aufarbeitungsarbeiten stattfinden, gänzlich zu meiden.

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