Auch Halveraner Schüler verzweifeln an Prinz Harry

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Die Englischprüfung zur Fachoberschulreife erwies sich in diesem Jahr für viele Schüler, aber auch aus Sicht der Lehrer als zu schwer. In Halver sind 83 Mädchen und Jungen betroffen.

Halver - Wovon redet die Dame nur? Und was nuschelt Prinz Harry sich in den Bart? Diese Fragen haben sich in der vergangenen Woche auch 83 Schüler an der Haupt- und der Realschule in Halver gestellt. Ihre Englischprüfung zur Erlangung der Fachoberschulreife war, so die Kritik, unverhältnismäßig schwer. Die heimischen Schulleiter warten nun auf ein Signal aus Düsseldorf.

„Bis dahin können wir nicht viel tun“, sagt Friedhelm Schröder, Leiter der Realschule an der Humboldtstraße, an der 74 Mädchen und Jungen an der Englischprüfung teilnahmen. Schüler, aber auch viele Lehrer beklagen unbekannte Vokabeln, ein zu enges Zeitfenster und auch eine unverständliche Aufgabe zum „Hörverstehen“. 

Dabei mussten die Schüler Fragen zu einer Rede Prinz Harrys beantworten, die nach vielen Schülerberichten nur schwer zu verstehen war. „Das ist aus Sicht der Schüler natürlich ärgerlich und ich kann diesen Ärger auch verstehen“, sagt Friedhelm Schröder. Zum weiteren Vorgehen könne die Schule nun aber nichts sagen, da das Schulministerium am Zuge ist.

Unmittelbare Reaktionen der Schüler erkannte Norbert Lienesch, Leiter der Hauptschule: „Den Schülern fiel die Kinnlade herunter und ihnen fehlten im wahrsten Sinne die Worte“, blickt Lienesch, selbst Englischlehrer, auf den Prüfungstag zurück, an dem neun Schüler an der Mühlenstraße teilnahmen. 

„Ich sehe es genau so wie viele Kollegen im ganzen Land, dass diese Prüfung schon sehr schwer war“, sagt Lienesch. „Ich selbst dachte erst, es läge wohl an meinem Alter, dass ich kaum etwas verstehe. Aber das ging wohl allen so.“ Zudem hält der Schulleiter aber auch die Schreibaufgabe für „nicht wirklich angemessen“.

Online-Petition hat mehr als 40.000 Unterstützer

Nun müsse man abwarten, ob die Prüfung Bestand hat, den Lehrkräften ein neues Bewertungsraster vorgelegt oder die Prüfung komplett neu geschrieben wird. Letzteres halte er aber für unrealistisch, da der Rahmenterminplan gerade zum Schuljahresende kaum Freiräume lasse, erklärte Norbert Lienesch gestern.

Eine umgehend gestartete Online-Petition hatte bis Montagnachmittag bereits 41 129 Unterstützer in NRW. Um das Thema dem Landtag zur Stellungnahme vorlegen zu können, waren 29 000 Unterstützer notwendig.

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