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A45-Sperrung: Bürgermeister spricht von jahrelangem Ausweichverkehr

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Von: Florian Hesse

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Frankfurter Straße, Halver, Stau
Auch Halver wird unter dem Ausweichverkehr durch die Sperrung der Talbrücke Rahmede leiden, zurzeit noch verstärkt durch die Sperrung der B229 © Hesse, Florian

„Wir sind am Ende als Stadt Halver nicht der Entscheider“, sagt Bürgermeister Michael Brosch über die Entwicklung im Hinblick auf die mehrjährige Vollsperrung der A45-Talbrücke Rahmede – und die Auswirkungen auf die gesamte Region. Auch für Halver gehe es nun darum, mit allen Ebenen im Gespräch zu bleiben, um auf die Situation im Umfeld aufmerksam zu machen.

Er unterstütze in vollem Umfang die Aussagen und Forderungen sowohl des Lüdenscheider Bürgermeisters Sebastian Wagemeyer wie auch die fraktionsübergreifenden Aussagen der Bundes- und Landespolitik, um nicht nur die Stadt Lüdenscheid, sondern auch das betroffene Umland nicht allein zu lassen. Das reiche hin bis zu einem möglichen Ausgleich finanzieller Schäden von Betrieben, die durch die angespannte Situation für Pendler auf dem Arbeitsweg bis hin zur Belieferung von Rohstoffen und dem Vertrieb von Produkten auf Jahre hinaus mit erheblichen Problemen zu rechnen hätten.

Die fortgeschrittenen Möglichkeiten der Digitalisierung seien sicher zum Teil eine Hilfe. In der Produktion und im Handwerk biete das Homeoffice aber naturgemäß keine Lösung. Zu befürchten sei auch, dass sich Einpendler nach Halver angesichts längerer Fahrzeiten beruflich neu orientierten.

Nächstes konkretes und auch kurzfristiges Ziel müsse seiner Einschätzung nach sein, den Fern- und Durchgangsverkehr mit weiträumigen Umleitungen aus Lüdenscheid und der Umgebung herauszuhalten. Vollständig werde das sicherlich nicht gelingen, doch er hoffe in Absprache mit den zuständigen Stellen zumindest auf eine Linderung der bestehenden und sich abzeichnenden Probleme auch durch eine sorgfältige Abwägung anstehender Baumaßnahmen auf wichtigen Straßen.

Als Beispiel nennt Brosch den anstehenden Bau des Kreisverkehrs bei Oeckinghausen für die B229. Erfolge hier eine Vollsperrung, zeichne sich erneut die Überlastung der parallelen Heerstraße ab. Und genau dort sei eigentlich für dieses Jahr die Sanierung der Fahrbahndecke im innerörtlichen Teil in Oberbrügge-Ehringhausen geplant. An dieser Stelle werfe sich die Frage auf, ob diese Sanierung zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch praktikabel sei.

Nicht zuletzt: Der obere Teil der Heerstraße ist in weiten Abschnitten bereits heruntergefahren, unfallträchtig und nicht zuletzt für Zweiradfahrer zur hochriskanten Strecke geworden.

Klar sei zum jetzigen Zeitpunkt, dass die Halveraner auf Jahre mit Ausweichverkehren auch auf der Landesstraße 528 und damit auch im innerstädtischen Bereich gerade zu Stoßzeiten würden leben müssen. Nach wie vor halte er eine Beampelung der Volmestraße in Höhe der Einmündung Heerstraße für sinnvoll, um die Landesstraße an dieser Stelle und damit die Anwohner zu entlasten.

„Die Menschen hier haben ein dickes Problem“, stellt Michael Brosch fest. „Dies dürfe auch im Landtagswahlkampf nicht zerredet werden. Wir brauchen schnellstmöglich Lösungen. Für falsche Versprechungen oder Populismus ist hier kein Platz.“

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