Atom-Katastrophe in Japan: Grundschüler haken nach

Es dampft und zischt: Die Viertklässler der Lindenhofschule haben gestern eine Dampfmaschine unter die Lupe genommen. Christina Schultz vom Verein Deutsche Umwelt-Aktion erklärte ihnen das „Mini-Kraftwerk“. ▪ Weber

HALVER ▪ Die dramatischen Bilder aus Japan, sie beschäftigen auch die Kinder in Halver. Gestern ist an der Lindenhofschule eine naturwissenschaftliche Projektwoche gestartet. Alles soll sich rund ums Thema Energie drehen.

Auch Atomenergie? „Nur, wenn jemand nachfragt“, sagt Christina Schultz zu Beginn des Projekts, das von der Mark-E gesponsert wird. Sie kommt vom Verein Deutsche Umwelt-Aktion, um die Viertklässler zu informieren. Aufzuklären. Aber das Thema Atomkraft sei zu kompliziert, die Kinder brächten vieles nur durcheinander.

Doch schon nach wenigen Minuten kommt es trotzdem auf den Tisch. „Es gibt doch auch Atomkraftwerke“, sagt ein Junge. „Ja, das ist ziemlich gefährlich. Wie in Japan“, ruft ein Mitschüler. Das Interesse scheint groß. Aber eine richtige Diskussion kommt nicht zustande. Auch keine Erklärungen, was da genau vor sich geht.

Christina Schultz meint, man müsse erstmal abwarten, was in Fernost passiere. Und dann kehrt sie zurück zu ihrem Vortrag. Baut eine kleine Dampfmaschine auf. Macht Feuer unter dem Kessel, um das „Mini-Kraftwerk“ zu erklären. Die Grundschüler gucken gespannt zu. Stellen Fragen. Aber immer wieder auch zu Japan – das Thema lässt sie offensichtlich nicht los.

Sie werden noch Antworten bekommen. Und Raum für Gespräche. Später, im Klassenraum. Wenn die Expertin vom Verein Deutsche Umwelt-Aktion wieder weg ist.

„Wir machen dann gleich einen Sitzkreis“, sagt Lehramtsanwärterin Manuela Thüne. Die Geschehnisse in Japan seien definitiv ein Anstoß, um intensiver auf das Thema einzugehen. Die Schüler haben großen Redebedarf.

Aber bevor sie wieder in ihre Klassen gehen, spricht Christina Schultz noch über alternative Energien. Und fragt, was man selbst machen kann, um den Klimawandel positiv zu beeinflussen. Die Lindenhofschüler haben viele Ideen: Mehr Fahrrad fahren, das Licht nur bei Bedarf anschalten, weniger am Computer sitzen. Und mehr Biogasanlagen für Bauern oder verpflichtende Solarenergie für Bauherren.

In den kommenden Tagen arbeiten übrigens alle jahrgangsgemischten Klassen an der Projektwoche. Und am Freitag präsentieren die Schüler im Rahmen eines Aktionstages um 18 Uhr ihre Ergebnisse. ▪ Lisa Weber

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