Erinnerungen an Besuche bekannter Persönlichkeiten

Astronauten in Halver: Fast vergessene Einträge im Goldenen Buch

Das goldene Buch der Stadt Halver
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Astronaut Charles M. Duke war im Januar 2002 zu Gast in Halver – und hat sich im Goldenen Buch verewigt.

Es ist gar nicht golden, es ist dunkelbraun. Immerhin sind die Seiten mit Gold verziert. Glanz verleihen dem Goldenen Buch der Stadt Halver aber die Einträge der bekannten Persönlichkeiten, die sich darin verewigen durften.

Halver – „Einen festgeschriebenen Kriterien-Katalog haben wir nicht“, sagt Bürgermeister Michael Brosch. Welche Besucher einen Eintrag hinterlassen dürfen, wird eher spontan entschieden. Doch: Nicht jeder darf im Buch unterschreiben. Das aktuelle Goldene Buch, das mit dem Jahr 1975 beginnt, weist manchmal Lücken von bis zu vier Jahren aus, in denen niemandem diese Ehre zuteil wurde. In Michael Broschs erster Amtszeit als Bürgermeister etwa fiel auch nur ein Eintrag: der von Ministerin Ina Scharrenbach.

Politiker sind am häufigsten vertreten

Ohnehin sind Politiker am häufigsten vertreten im Goldenen Buch: Ministerpräsidenten, Minister, Regierungspräsidenten und Parteivorsitzende wurden in Halver schon häufig begrüßt. Doch auch der ehemalige türkische Generalkonsul Ahmet Akalay und der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Halle, Dr. Günter Gelbig, hinterließen ihre Unterschrift. Doch ganz besonders sind zwei Signaturen im Goldenen Buch: Die der amerikanischen Astronauten James B. Irwin und Charles M. Duke.

Ina Scharrenbach verewigte sich während der ersten Amtszeit von Bürgermeister Michael Brosch im Buch.

Aufbewahrt wird das Goldene Buch im Tresor der Stadt. Wenn sich bekannte Persönlichkeiten ankündigen, die sich im Buch verewigen dürfen, dann fragt die Stadt zuvor bei den jeweiligen Pressestellen nach einem offiziellen Foto, das im Buch eingeklebt wird. Titel, Funktion und Datum des Besuchs werden zudem vorab im Buch festgehalten. Dann kann entweder nur unterschrieben werden oder die Ehrengäste hinterlassen einen besonderen Gruß. Eine Möglichkeit, von der nicht viele der Besucher Gebrauch machen.

Gleich zwei amerikanische Astronauten haben den Weg nach Halver und ins Goldene Buch gefunden: James Irwin war Pilot der Mondlandefähre während der Apollo-15-Mission 1971 und der achte Mann auf dem Mond. Er war am 14. Februar 1981 zu Gast beim CVJM Halver. Irwin wurde nach seiner NASA-Karriere 1973 christlicher Prediger.

Charles Duke besuchte Halver im Januar 2002. Er war Pilot der Landefähre von Apollo 16 im Jahr 1972 und der zehnte Mensch auf dem Mond. Er sprach im Bever-Forum der Freien evangelischen Gemeinde Bever über seine NASA-Missionen und seinen Glauben. Zustande gekommen war der Kontakt zu dem Amerikaner über den Arbeitskreis Christlicher Publizisten. Auf seinem Foto, auf dem er im Raumanzug auf dem Mond zu sehen ist, hat Duke einen „Gruß vom Mond“ für die Halveraner Bürger hinterlassen.

Der damalige NRW-Ministerpräsident und spätere Bundespräsident besuchte Halver im Jahr 1996. Dabei sah er sich vor allem das Seniorenzentrum Bethanien an. Das nämlich war am 23. Juni 1995 eröffnet worden, doch zu diesem Termin war Johannes Rau verhindert gewesen. Stattdessen wohnte NRW-Kultusminister Hans Schwier der Eröffnungsfeier bei. Doch Johannes Rau hatte versprochen, den Besuch so schnell wie möglich nachzuholen – und tat das am 21. November 1996. Rau, der ursprünglich aus Wuppertal stammt, war über seinen Onkel Ewald Hartmann mit Halver verbunden. Hartmann war von 1947 bis 1959 Rektor der Halveraner Mittelschule.

Dunkelbraun ist das Goldene Buch. Nur der Rand ist golden.

Das schwere Seebeben und der Tsunami im Jahr 2004 haben auch in Sri Lanka viele Menschenleben gekostet und schwere Verwüstungen hinterlassen. Die Hilfsbereitschaft nach der Katastrophe war groß. In der Stadt im Grünen entstand das Projekt „Halver hilft Matara“. In Deutschland an der Spitze des Projektes stand der Halveraner Mahesh Hewakandamby, in Sri Lanka sein Vater Piyasena Hewakandamby. Er begleitete vor Ort den Wiederaufbau, den Bau von Häusern für obdachlose Familien und die Einrichtung einer Schule, die durch das Projekt gefördert wurden. Bei seinem Besuch in Halver im September 2007 durfte sich Piyasena Hewakandamby aufgrund seines Engagements im Goldenen Buch der Stadt verewigen.

In ihrem Amt als NRW-Ministerpräsidentin weilte Hannelore Kraft im November 2012 in Halver. Am 15. November wurde der Turck-Neubau am Kirchlöher Weg offiziell seiner Bestimmung übergeben – mit Beteiligung der Landesmutter. In ihrer Rede zur Neubau-Einweihung schlug sie einen Bogen vom unternehmerischen Wirken Werner Turcks über die Bedeutung von Bildung und Ausbildung für die Innovationskraft eines Landes bis hin zur Energiewende, an der die Elektroindustrie einen entscheidenden Anteil hat. Neben ihrer Ansprache und Fototerminen hatte Hannelore Kraft auch noch Zeit für einen Eintrag ins Goldene Buch.

Hannelore Kraft trug sich 2012 ins Goldene Buch der Stadt ein.

Im Jahr 1985 gründete Ordensschwester Lea Ackermann in Kenia das Frauenprojekt SOLWODI. Das steht für „Solidarity with women in distress“ – zu deutsch: Solidarität mit Frauen in Not. Mittlerweile ist die Hilfsorganisation international tätig, berät und betreut Opfer von Menschenhandel, Zwangsprostitution und Ausbeutung. Im Rahmen eines Vortrages erzählte sie am 19. April 1999 von der Arbeit des Projektes im Kulturbahnhof – und verewigte sich bei dieser Gelegenheit auch im Goldenen Buch.

Der erste Eintrag im aktuellen Goldenen Buch der Stadt datiert auf den 25. April 1975. An diesem Tag wurde die Städtepartnerschaft mit dem französischen Hautmont besiegelt und in einem feierlichen Akt die Urkunden zwischen den Städten ausgetauscht. Zehn offizielle Vertreter unterschrieben anschließend im Goldenen Buch. Bis heute dauert die Städtepartnerschaft mit den Franzosen an.

Der derzeit letzte Eintrag im Goldenen Buch datiert auf den 21. Dezember 2019. Die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes NRW, Ina Scharrenbach, besuchte die Vakt-Mitglieder in den Schieferhäusern. Dort überreichte sie den bewilligten Fördergeld-Antrag für das Scheuerpfahl-Projekt, das der Halveraner Kunstverein ins Leben gerufen hat. „Das war ein besonderer Anlass, weil das Projekt ja auch die Partnergemeinden Oben an der Volme miteinbezieht“, sagt Bürgermeister Michael Brosch. Denn nicht nur in Halver, auch in Kierspe, Schalksmühle und Meinerzhagen wurden und werden Dank der Förderung Skulpturen entlang des Wanderweges X20 aufgestellt.

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