Aschewolke beschäftigt Reisebüros

HALVER ▪ Wer sich in diesen Tagen auf seinen wohl verdienten Urlaub gefreut hat und eigentlich den Flieger gen Süden besteigen wollte, wird derzeit auf eine harte Probe gestellt. „Aschewolke“ lautet das Stichwort, das die Reisebranche weltweit auf Trab hält. Seit der isländische Vulkan Eyjafjallajökull am Mittwoch zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen ausgebrochen ist und eine gigantische Aschewolke in die Luft gepustet hat, ist der Flugverkehr komplett lahm gelegt. Zwar wurden einige Flughäfen in Europa stundenweise wieder geöffnet, doch ein Ende der zum Teil chaotischen Zustände ist noch nicht in Sicht.

Auch die Mitarbeiter der beiden Halveraner Reisebüros werden seit Freitag mit dem Thema konfrontiert, viele ihrer Kunden wenden sich Hilfe suchend an sie – sowohl, weil sie wissen möchten, wann ihre Reise beginnen kann, als auch, weil sie im Ausland festsitzen. „Auch wenn vor Ort eigentlich die Reiseleitungen zuständig sind, rufen die Halveraner bei uns an, um Informationen zu bekommen“, erklärt Antje Brandt auf Anfrage unserer Zeitung. Von Halver aus versuche das Team, an Informationen heranzukommen und Alternativen für die Festsitzenden möglich zu machen.

„Die Leitungen bei den Veranstaltern und Fluggesellschaften sind so überlastet, dass es kaum ein Durchkommen gibt“, weiß auch Susanne Dossmann vom Reisebüro Kattwinkel um die Schwierigkeiten, überhaupt an Informationen zu gelangen. Sie und ihre Kolleginnen halten sich derzeit vor allem über die Medien auf dem Laufenden. Schwierig sei es derzeit vor allem für jene, die aus Termingründen dringend nach Deutschland zurückkehren müssen. „In Barcelona ist beispielsweise kein Mietwagen mehr zu bekommen, weshalb sich ein Kunde nun von dort abholen lässt“, macht Dossmann deutlich, welche weiten Kreise das Flugverbot zieht. „Man muss dran bleiben, denn die Situation wird so schnell nicht besser, auch wenn der Flugverkehr wieder frei gegeben wird“, verweist Brandt auf die dann begehrten Tickets.

Jene, die ihre Reise noch gar nicht angetreten haben, werden bis auf Weiteres vertröstet oder können ihren Auslandsaufenthalt kostenlos umbuchen oder stornieren. „Viele Kunden befinden sich jedoch in Wartestellung und hoffen, dass sich die Situation so schnell wie möglich entspannt“, erklärt Dossmann. Andere weichen – wenn möglich – auf Züge aus oder nehmen stundenlange Busfahrten in Kauf, um ihrem Reiseziel näher zu kommen. Die Teams der Reisebüros in Halver sind auf jeden Fall bemüht, ihren Kunden, so weit es geht, zu helfen, „doch zum Teil sind wir machtlos und können nichts tun.“ Fest steht jedoch schon jetzt, dass es eine vergleichbare Situation bislang noch nicht gegeben hat: „So etwas haben wir in unserer Laufbahn noch nicht erlebt.“ ▪ Kerstin Zacharias

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