Damit hat keiner gerechnet

Arzt bietet Drittimpfung an: Schlange stehen für den Booster im MK

Großer Andrang bei Drittimpfung im Seniorenzentrum Bethanien: Freiwillig konnten sich die Mitarbeiter der Einrichtung impfen lassen.
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Großer Andrang bei Drittimpfung im Seniorenzentrum Bethanien: Freiwillig konnten sich die Mitarbeiter der Einrichtung impfen lassen.

Sie ist kostenlos und freiwillig. Die Drittimpfung wird noch nicht von der Stiko empfohlen. Trotzdem ist der Andrang an diesem Tag groß. Auch, weil die Impflinge viel Verantwortung tragen - die ihnen bewusst ist.

Halver – Aller guten Dinge sind drei, heißt es. Bei der Drittimpfung ist man sich zwar noch nicht ganz einig und eine Stiko-Empfehlung gibt es nicht. Die Mitarbeiter im Seniorenzentrum Bethanien zögern jedoch nicht. Am Mittwoch standen rund 60 Personen Schlange, um die Auffrischungsimpfung zu erhalten.

Vor Ort war das bereits bekannte mobile Impfteam der Halveraner Hausarztespraxis von Hartmut Rohlfing. Im Akkord wurden die Vakzine verabreicht. „Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team“, sagt der Mediziner. Pflegedienstleitung Sabrina Starke hatte mit solch einem Andrang nicht gerechnet. Termine gab es keine, nur eine Uhrzeit, an der mit der Mitarbeiterimpfung begonnen wird. Um 11.30 Uhr standen schon Schlangen vor der Heim-Caféteria, ob Dienst bevorstand oder nicht.

„Die Infektionsketten müssen unterbrochen werden“

Anja Milk war eine der ersten, die sich zum dritten Mal impfen ließ. Wieder gab es für die Mitarbeiter der Einrichtung Biontech. Ob es wirklich nötig ist, sich nach dem halben Jahr, das seit der Erstimpfung vergangen ist, zu impfen, wissen die an diesem Tag Anwesenden nicht. Aber sie wollen sich, ihr Umfeld und die Bewohner so gut es geht schützen. Die Frage, ob sie sich ein dritten Mal impfen lassen, wenn die Möglichkeit besteht, stellte sich nicht. Auch die 21-jährige Alina Kliem nahm an der Aktion im Seniorenzentrum teil. Die Pflegefachkraft ist sich mit ihren Kolleginnen im Wartebereich einig: „Die Infektionsketten müssen unterbrochen werden.“

Die ersten beiden Impfungen hatten die Mitarbeiter bereits größtenteils gut vertragen. Diesmal aber achte man darauf, dass man nicht unbedingt am kommenden Tag arbeiten muss, für den Fall, dass Komplikationen auftreten sollten. Das kann sein, sagt Hartmut Rohlfing. Auch am zweiten Tag nach der Impfung noch. Aber auch das ist eine Impfreaktion, die nicht schlimm ist, sondern ein Zeichen der Wirksamkeit. Vor den Mitarbeitern wurden am Morgen auch die ersten Bewohner zum dritten Mal gegen das Coronavirus geimpft. Zu viel impfen kann man nicht, sagt der Allgemeinmediziner. Sinn macht es vor allem bei den Personen, die über 80 Jahre oder immungeschwächt sind.

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