Fehlende Medikamente durch Corona

Viele Medikamente nicht lieferbar - so läuft es in der Apotheke

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Die Riesennachfrage kann nicht gedeckt werden. Der Grund sind die Planungen der Hersteller.

Halver - Viele Medikamente sind nach wie vor nicht lieferbar. In den Apotheken fehlen mehr als 100 Positionen.

Es gibt immer noch 170 Positionen, die den Vermerk „nicht lieferbar“ haben, erklärt Apotheker Claus Wunderlich. „Wir können sofort im Rechner sehen, ob etwas lieferbar ist oder nicht!“ Nach wie vor zählen Blutdruck-Medikamente, Beruhigungsmittel und Psychopharmaka zu den schwierig zu besorgenden Arzneimitteln. 

Gleichwohl spricht der Inhaber der Alte Hirsch-Apotheke von einer gewissen Entspannung. Insbesondere habe sich die Situation bei Schilddrüsenmedikamenten und ebenfalls bei Schmerzmitteln wie Ibuprofen verbessert. Claus Wunderlich führt dies aber ebenso auf die sprunghafte Nachfrage im März zurück. „Die Hersteller von Medikamenten planen anhand der Vorjahreszahlen“, erläutert der Apotheker, dass die Riesennachfrage nicht gedeckt werden konnte. Hatten die Patienten sich wegen der Corona-Pandemie vorsorglich Medikamente verschreiben lassen, so sei dies im April und Mai aber wieder abgeebbt, führt Wunderlich weiter aus. 

Viele Medikamente sind zwar nach wie vor nicht lieferbar, dennoch spricht Apotheker Claus Wunderlich von einer leichten Entspannung.

Ein anderes Problem sei gewesen, dass es zwar Medikamente mit unterschiedlichen Namen gibt, die jedoch (nahezu) den gleichen Wirkstoff enthalten. Was aber viele Patienten, die nach einem anderen Produkt fragen, nicht wissen. Generell befürchtet Claus Wunderlich, dass „es auf dem derzeitigen Niveau bleiben wird und wir noch einige Jahre daran zu knacken haben“. 

Er meint damit die Lieferschwierigkeiten von Medikamenten, weil diese beziehungsweise die Grundsubstanzen irgendwo auf der Welt produziert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn habe zwar angekündigt, die Produktion wieder mehr nach Deutschland zu holen, doch werde dies zweifellos einige Zeit dauern – wenn es denn realisiert werden könne. Was bedeutet, dass es auch in den kommenden Monaten so manche Position in den Apotheken nicht nur in Halver geben wird, die den Vermerk „nicht lieferbar“ enthalten.

Zuwächse bei den Online-Apotheken

Eine Erfahrung hat Claus Wunderlich aber ebenso gemacht: Mit Beginn der Corona-Pandemie hätten die Patienten den Weg zur Apotheke vor Ort gesucht, weil dies schneller und sicherer sei. Natürlich höre man vom Verband, so der Halveraner Apotheker, dass der Online-Handel insgesamt und auch die Online-Apotheken Zuwächse verzeichneten. 

Spürbare Auswirkungen auf seine Apotheke an der Frankfurter Straße habe er jedoch nicht feststellen können. Wunderlich spricht in diesem Zusammenhang von einer besonderen Situation, denn im März hatte die Rats-Apotheke geschlossen. „Die Anspannung ist jetzt nicht mehr so groß“, sagt Claus Wunderlich, dass in den vergangenen Wochen ein wenig Normalität eingekehrt ist.

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