Jugendliche gestalten aktiv neues Jugendcafé "Aquarium" mit 

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Arndt Spielmann sammelt mit den Jugendlichen allerlei Ideen für die Gestaltung des neuen Jugendcafés.

Halver - Bis Ende November wird das Jugendzentrum Halver aus dem Gebäude am Jugendheimplatz ausziehen. Das DRK-Familienzentrum „Juno“ erweitert das Kita-Angebot am Jugendheimplatz. Der Leiter des Jugendzentrums plant, am neuen Standort an der Helle ein besonderes Projekt mit den Jugendlichen.

Zwar ist Arndt Spielmann, Leiter des Jugendzentrums, nicht sonderlich glücklich über den Umzug an die Helle, dennoch möchte er dort, gemeinsam mit den Jugendlichen, das Projekt „Aquarium“ gestalten.

„Die neue Situation ist nicht optimal, zugleich auch sehr stressig, aber wir sehen das als große Chance“, sagt Arndt Spielmann über den anstehenden Umzug an die Helle. Noch bis Oktober soll der normale Betrieb in der städtischen Einrichtung weiter laufen, bevor die Mitarbeiter die Umzugskartons packen.

Doch nicht nur der bevorstehende Umzug bereitet ihm Sorgen. Über die neuen Räume des Jugendzentrums an der Helle ist Spielmann nicht besonders glücklich, weil er in dem reduzierten Platzangebot Probleme sieht. Die neue Nutzfläche ist rund 280 Quadratmeter kleiner als am Jugendheimplatz.

Keine Spielenachmittage und Hausaufgabenhilfe mehr

Viele Angebote und Spielgeräte für Kinder, wie zum Beispiel die Go-Karts oder die Tischtennisplatte, müssen deshalb erstmal ausquartiert werden. Damit sei das Angebot der Spielenachmittage für Kinder ab November erstmal komplett vom Tisch. Gleiches gilt für die Hausaufgabenhilfe: „Wir haben einfach nicht genügend Räume. Bevor wir nur halbe Sachen anbieten und so die Qualität schleifen lassen, stellen wir die Hausaufgabenhilfe lieber erstmal komplett ein“, erklärt Spielmann, der auch bereits viel mit den Mädchen und Jungen über den Umzug diskutiert hat.

„Für viele der Kinder und Jugendlichen ist das Jugendzentrum eine Herzensangelegenheit. Sie verstehen nicht, warum wir nun aus dem alten Stammgebäude raus müssen“, erklärt Spielmann. „Das können sich viele Erwachsene gar nicht vorstellen, aber einige Mädchen und Jungen verlieren dadurch – wenn auch nur übergangsweise – ihr zweites Zuhause. Dementsprechend traurig sind sie nun“, sagt Spielmann.

Jugendliche sehen auch neue Chance

Ähnlich sieht das auch der 17-jährige Halveraner Grigorios: „Ich wäre lieber in dem alten Gebäude geblieben, aber wir müssen jetzt das Beste draus machen.“ Optimistischer ist da schon sein Kumpel Richard. Der 20-Jährige kommt bereits seit mehr als neun Jahren regelmäßig ins Jugendzentrum, weil „es dort niemals langweilig wird“. Er sieht den Umzug ebenfalls als Chance: „Es wird sich viel verändern. Es gibt zwar weniger Platz, aber das heißt auch, dass die Jugendlichen enger zusammenrücken müssen und sich so besser kennenlernen können. Das neue Gebäude bietet viele Möglichkeiten der freien Gestaltung. Cool, dass wir daran teilhaben können“, sagt der 20-Jährige und diskutiert bereits intensiv mit Spielmann, wo das neue Inventar am Besten aufgehoben ist.

Trotz aller Skepsis: Spielmann will die Kinder und Jugendlichen aktiv in den Umzugs- und Neugestaltungsprozess einbinden. Dafür lädt er alle jungen Halveraner jeden Mittwoch ab 17 Uhr an die Helle zu einem Kreativtreff ein. Dort sammelt er nicht nur Ideen und Wünsche für das neue Jugendcafé: „Die Jugendlichen können sich direkt auch ein Bild der neuen Räume machen und an der aktiven Ausarbeitung teilhaben“, betont Spielmann. Er hofft, dass man auf diesem Wege viele Jugendliche mobilisieren kann.

Jugendcafé mit eigener App

Wer sich interaktiv beteiligen und auf dem neuesten Stand der Dinge sein möchte, kann sich auch die App des zukünftigen Jugendcafés „Aquarium“ runterladen, die es bereits gibt. Dort finden Interessierte alle Neuigkeiten rund um das Jugendzentrum. Bald soll es zudem eine eigene WhatsApp-Gruppe des Jugendzentrums geben. „Das steht noch aus, da es mit etwas mehr Aufwand verbunden ist. Sie wird aber definitiv noch kommen und uns helfen, mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen.“

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