Co-Work-Space in Halver

Arbeitsplatz im Miet-Büro im MK: „Jetzt betreue ich Teams in Nigeria“ 

Oliver Kröger
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Oliver Kröger

Gut drei Wochen ist das Projekt PopUp Co-Work-Space jetzt alt. Der ein oder andere hat mal reingeschnuppert, manche waren öfter da bis sogar regelmäßig. Zu Letzteren zählt Oliver Kröger. Was ihn am Coworking begeistert, was besser sein und werden könnte, erzählt er im Gespräch mit Florian Hesse.

Herr Kröger, wie oft haben Sie schon von hier aus gearbeitet?
Seit etwa einer Woche. Und immer an den Nachmittagen.
Was machen Sie genau?
Als Linguist arbeite ich für SIL, das ist eine christliche, wissenschaftliche Nichtregierungsorganisation mit dem Hauptziel, unbekannte Sprachen zu studieren und die Alphabetisierung und Bibelübersetzung zu fördern.
Und das macht man am besten von Halver aus?
Das geht tatsächlich. Ich habe mehr als 20 Jahre im Mosambik geforscht und Teams begleitet. Aber jetzt betreue ich Teams in Nigeria und anderen Ländern per Skype und per Zoom-Konferenz.
Das könnten Sie aber auch im Homeoffice?
Das habe ich lange gemacht. Aber ich war ganz konkret auf der Suche nach einem solchen Arbeitsplatz. Ich habe davon übrigens in Ihrer Zeitung gelesen.
Und was ist besser im Cowork-Space als zuhause?
Das Internet ist auf jeden Fall schneller als bei mir. Aber ich habe hier den Platz, um mich entsprechend auszubreiten. Bei manchen Projekten macht es zudem Sinn, auch visuell zu arbeiten. Zuhause müsste ich dafür die Wände und den Schreibtisch frei räumen.
Würden Sie auch dauerhaft so arbeiten?
Ja, das ist absolut vorstellbar…
…und wenn es was kostet?
Auch dann. Meine Schmerzgrenze würde ich bei rund 100 Euro im Monat ansetzen.
Was fehlt Ihnen auf den ersten Blick?
Ich wünschte mir mehr Leute. Coworking bedeutet für mich auch Austausch untereinander, eben nicht nur, das Arbeitspensum zu erledigen, das man sich vorgenommen hat. Ein bisschen mehr Leben in der Bude wäre ja auch eine Riesenchance.
Inwiefern eine Riesenchance?
Na ja, im Grunde geht es ja um Stadtentwicklung, um Investitionen im Menschen, die hier etwas aufbauen möchten. Übrigens auch um eine Chance für Firmen, die hier bewusst zwischenzeitlich unterkommen könnten und damit niedrigschwellig erreichbar wären. Da könnten auch Schüler mal reinschauen und fragen: ,Was macht Ihr denn da?‘ Einmal im Monat ein „Tag der Industrie“ wäre denkbar. Was spräche dagegen?
Passt das Umfeld dafür?
Der Anfang war etwas schwerfällig. Mir schien die Vorabinfo und Werbung doch recht dürftig. Am Ende finde ich’s gut gemacht. Die Mischung aus Wohngemeinschaft und Büro passt besser als Hochglanz. Für Kreative oder für Start-Ups muss das nicht perfekt sein. Die kommen dahin, wo eine dynamische Entwicklung zu spüren ist.

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