Aussichtsturm Karlshöhe

Wahrzeichen: Wie steht es um den Aussichtsturm?

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Risse im Mauerwerk wurden ausgebessert.

Halver - Die Arbeiten am Aussichtsturm laufen auch nach dem Sturm weiter. Zum Stand der Dinge äußerte sich Architektin Cathrin Brückmann.

Die öffentliche Bühne ist Cathrin Brückmanns Ding eigentlich nicht. Bloß: Sie kommt zurzeit nicht dran vorbei. Ob auf der Post oder an der Kasse im Supermarkt – alle wollen wissen, wie es um den Aussichtsturm steht. 

Dann sagt die Halveraner Architektin mit Geduld das, was sie auch beim Pressegespräch sagt: „Es ist bisher sehr gut gelaufen.“ Sie sagt das mit Blick auf die beteiligten Unternehmen, die seit dem letzten Jahr am Bauwerk arbeiten, aber auch über die Abstimmung mit den beteiligten Behörden wie dem Münsteraner Denkmalamt. Und sie ist guter Dinge, bis September zum Abschluss zu kommen. 

Zum Stand der Dinge: Der erste Bauabschnitt ist zu weiten Teilen abgeschlossen. Die Maurerarbeiten sind bis auf Kleinigkeiten erledigt. Aktuell kümmern sich die Dachdecker um die Abdichtung auf der Aussichtsebene. Damit dürfte der Turm dann endgültig wind- und wetterfest sein. Das war das allererste Ziel, um die Substanz überhaupt zu erhalten. 

Plane kommt in einigen Wochen weg

In vier bis sechs Wochen soll die Plane abgehängt werden können. „Vielleicht auch früher“, hofft sie zwar, doch mit Zeitangaben sei es auf einer komplexen Baustelle eine schwierige Sache. Denn der Turm hat seine Eigenheiten, und der Denkmalschutz stellt natürlich die Bedingung, bei der Sanierung nicht ins historische Erscheinungsbild hineinzupfuschen. Ob an einigen Stellen nun doch etwas Zement in den Kalkmörtel darf, wird vorher genau abgesprochen. 

Boy’s Day: Philipp aus Kierspe mit Baumaterial.

Der Vorteil: Mit etwas Zement in der Mischung läuft das Regenwasser eben besser ab. In der normalen Verfugung bleibt man bei Kalkmörtel, der atmungsaktiver ist und das Mauerwerk besser abtrocknen lässt. Bei einer früheren Sanierung war der Stand der Erkenntnis noch nicht so weit gewesen. Durch den Zement in der Verfugung war der Turm klamm geworden und geblieben, und das hatte ihm nicht gutgetan. 

In Abschnitt II geht’s ans Innere des Turms.

Wenn in einigen Wochen dann die Hülle fällt, werden sich manche Halveraner zunächst einmal die Augen reiben. Auch das hat mit dem Mörtel zu tun. Das Fugenbild wird deutlich heller und entspricht vom Eindruck her dem Original, das im Jahr 1893 eingeweiht worden war. Und weil der Kalkmörtel zunächst noch bei Feuchtigkeit ausblüht, wird sich in den ersten ein bis zwei Jahren ein leichter Schleier über die Ziegel legen, der aber vom Regen auch wieder abgewaschen wird. 

Auf der Aussichtsebene fehlen noch die Fenster.

Auf der oberen Aussichtsebene werden demnächst auch Fenster eingebaut. Auch das diene dem Wetterschutz, erklärte die Architektin beim Ortstermin. Die Fensterrahmen aber sieht der Betrachter nicht. Sie werden von innen im Mauerwerk verankert. Fenster weiter unten wurden aufgearbeitet und die Originale wieder verbaut. 

Bevor es nun weitergeht mit der Innensanierung im Abschnitt II, müssen erst noch Politik und Verwaltung miteinander sprechen. Zwar liegt noch ein Antrag auf Förderung beim Regierungspräsidenten in Arnsberg, doch zurzeit fehlen in der Gesamtschau noch 70 000 Euro.

Arbeitsebene 10 muss man mögen, tut man aber nicht, weil der Fotograf nicht schwindelfrei ist. Rechts Feinarbeit im überhängenden Mauerwerk.

 

Wie man damit umgeht, um die weiteren Arbeiten mit Innenputz, Elektrik und Geländer vergeben zu können, soll in Kürze abgestimmt werden. Dann könnte es tatsächlich noch klappen zur Fertigstellung des Turms zum 50. Stadtjubiläum im September in Halver. Und Cathrin Brückmann kann wieder in Ruhe einkaufen gehen.

Spendenkonten „Initiative Aussichtsturm“: Sparkasse Lüdenscheid IBAN DE40 4585 0005 0000 2473 04 Volksbank im Märkischen Kreis e.G. IBAN DE21 4476 1534 0220 2845 00

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