Wildlebende Katzen: Mit Füttern ist es nicht getan

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Für Jörg Handtke, Jana Schmidt (mit Kater Bubi) und Petra Schrön ist der Tierschutz eine Herzensangelegenheit.

Halver - Rund 40 Katzen, die es an interessierte Tierfreunde zu vermitteln galt, waren im Dezember in der Auffangstation des Tierschutzvereins (TSV) Halver-Schalksmühle am Langenscheid untergebracht. Derzeit sind es noch circa 20. Aber der Schein trügt.

Denn: „Jetzt geht es wieder los.“ Vorsitzende Jana Schmidt, Kassiererin Petra Schrön und Mitglied Jörg Handtke – er betreut freilebende, verwilderte Samtpfoten – wissen, dass nun die Katzenschwemme wieder bevorsteht.

Vorsorglich hat der Verein bereits im Februar wieder damit begonnen, verwilderte Katzen zu kastrieren, um die Population einzudämmen, wie Petra Schrön informiert.

Wildlebende Fellnasen gibt es in Halver vor allem in den Außenbezirken. Für sie sind Futterstellen, die der TSV in der Stadt im Grünen eingerichtet hat, eine große Hilfe. Doch natürlich taucht manch einer ihrer Artgenossen auch mal in der Nähe eines Wohnhauses, beispielsweise im Garten auf.

Und von diesem Punkt an läuft es häufig unglücklich. Bewohner, die es im Grunde gut mit den Tieren meinen, füttern sie an – jedoch unkontrolliert. „Es kommen dann schon bald mehrere Katzen zusammen. Wenn darunter dann ein weibliches Tier ist, entsteht schnell eine riesige Population. Und dann sind die Leute überfordert“, weiß Jörg Handtke aus Erfahrung.

Der wesentlich bessere Weg: Füttern ja – „aber auch die Katze beobachten und sich bei den Nachbarn erkundigen, ob jemand das Tier kennt oder es sogar jemandem von ihnen gehört“, rät Jana Schmidt dringend.

Zudem sollte die Katze dann möglichst schnell beim Ordnungsamt und beim TSV als Fundtier gemeldet werden, heißt es seitens der Tierschützer. Und: Das Wichtigste sei die Kastration, damit sich die Katzen nicht unkontrolliert vermehren, betonen sie.

Doch meistens läuft es leider anders ab – und die betreffenden Personen melden sich erst dann beim Tierschutzverein, wenn aus wenigen Katzen ganz viele geworden sind. Und wenn die Leute mit der Situation überfordert sind, seien sie nicht mehr bereit, das Tier zu versorgen und entsprechend auch nicht, sich um die nötige Kastration zu kümmern. „Es ist für manche Leute schon eine Normalität geworden, bei uns wegen einer Kastration anzurufen“, berichtet Petra Schrön.

Für die Tierschützer bedeutet dies stets einen zusätzlichen, gerade auch finanziellen Aufwand neben den alltäglichen zeitintensiven Aufgaben. Dabei geschieht beim TSV alles auf ehrenamtlicher Basis. „Hier arbeiten zwölf Leute ehrenamtlich, die alle berufstätig sind. Wir haben einen Früh- und einen Spätdienst“, betont Petra Schrön. Und Jana Schmidt fügt hinzu: „Wenn wir Babytiere da haben, kommt mittags zusätzlich noch jemand, um die Tiere mit Futter und gegebenenfalls mit Medikamenten zu versorgen.“

Viele Aufgaben und Kostenfaktoren

Doch auch damit ist es längst nicht getan. Jörg Handtke und Petra Schrön zählen nur einige Punkte auf: „Wir ermitteln die Besitzer der Tiere, benachrichtigen sie. Müll fällt an, Desinfektionen sind zu erledigen, Kleidung muss gewechselt werden, damit keine Krankheitserreger verteilt werden.“ All dies bedeute einen enormen Aufwand, so Petra Schrön.

Hinzu kämen immense Kostenfaktoren wie beispielsweise Tierarztbesuche, Futter, Medikamente, Katzenstreu – und eben Kastrationen. Zudem falle in diesem Jahr die Förderung vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) weg.

Umso verständlicher, dass die TSVer auf die Spendenbereitschaft der Bürger hoffen, damit sie auch in Zukunft für möglichst viele gebeutelte Vierbeiner Retter in der Not sein können.

Dominic Rieder

Spenden

Spenden sind für den Tierschutzverein Halver-Schalksmühle unverzichtbar. Wer gerne finanziell helfen möchte, kann dies per Überweisung tun. Die IBAN lautet DE93 4585 0005 0000 0684 52. Natürlich sind Spenden auch vor Ort in der Auffangstation am Langenscheid möglich.

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