Halver

Immer mehr Halveraner beantragen Waffenschein

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Im Jahr 2016 beantragten 34 Personen in Halver einen Kleinen Waffenschein. Dieser berechtigt zum Führen von Schreckschusswaffen, Reizstoffwaffen und Signalwaffen, die mit dem PTB-Zulassungszeichen ausgezeichnet sind.

Halver - Immer mehr Halveraner sind im Besitz eines Kleinen Waffenscheins. Im Jahr 2016 wurden bei der Kreispolizeibehörde 34 neue Anträge gestellt, die Zahl der Besitzer stieg von 87 auf 121 an – dies entspricht einem Zuwachs von 39 Prozent binnen eines Jahres. Hier die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

- Wo kann man einen Kleinen Waffenschein beantragen? Bei der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis. Das Formular dazu gibt es auf der Webseite www.maerkischer-kreis.de.

- Welche Kriterien müssen erfüllt sein, um einen Kleinen Waffenschein beantragen zu dürfen? Der Antragsteller muss mindestens 18 Jahre alt und persönlich geeignet sein. Ausschlusskriterien sind beispielsweise Suchterkrankungen, psychische Erkrankungen und weitere Merkmale, die gegen eine persönliche Eignung und Zuverlässigkeit sprechen. Dazu zählen Freiheitsstrafen ab einem Jahr oder Geldstrafen ab 60 Tagessätzen.

- Kosten und Gültigkeit: Die Ausstellung des kleinen Waffenscheins kostet einmalig 55 Euro. Verstößt man nicht gegen die oben genannten Punkte, ist der Schein unbefristet gültig. Ansonsten kann die Erlaubnis zum Führen des Scheins nachträglich wieder entzogen werden. Von der Antragsstellung bis zur Aushändigung können laut Kreispolizeibehörde vier bis zehn Wochen vergehen.

- Welche Waffen darf der Inhaber mit sich führen? Schreckschusswaffen, Reizstoffwaffen und Signalwaffen mit dem PTB-Zulassungszeichen. Diese Waffen entsprechen der Bauartzulassung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt gemäß Paragraf 8 des Beschussgesetzes (BeschG).

- Wo darf ich die Waffen nutzen? Obacht: Der Kleine Waffenschein berechtigt lediglich zum Führen, nicht zum Schießen in der Öffentlichkeit. Die genannten Waffen dürfen nicht zu öffentlichen Veranstaltungen wie zum Beispiel Konzerten oder Versammlungen mitgenommen werden. Erlaubt ist die Nutzung auf Privat- und Vereinsgeländen – allerdings auch für Nicht-Inhaber.

- Gibt es Ausnahmen für die Nutzung in der Öffentlichkeit? „Situationen, die eine Notwehr erfordern“, erklärt Amin Böhmer, Kreisinspektor bei der Kreispolizeibehörde. Er stellt klar: „Eine latente oder gefühlte Bedrohung gehört nicht dazu. Der Schein erlaubt lediglich das Mitführen der Waffe, nicht die Nutzung.“

- Wie gefährlich sind Schreckschusswaffen und Co.? „Von den Waffen geht auf jeden Fall eine Gefahr aus. Das Gas, das aus Schreckschusspistolen austritt, kann bis zu 3000 Grad heiß sein“, sagt Böhmer. Das Abfeuern auf den Menschen aus kurzer Distanz kann schwerste Verletzungen verursachen. Die Druckwirkung beim Abfeuern kann so hoch sein, dass ein auf dem Kopf aufgesetzter Schuss tödliche Folgen haben kann.

- Wieso ist die Anzahl der Inhaber in Halver innerhalb eines Jahres so stark angestiegen? Darüber kann Böhmer nur spekulieren. Er vermutet, dass die Vielzahl der Terroranschläge ein Grund für den rasanten Anstieg sein könnten. „Erfahrungsgemäß steigt die Anzahl der Anträge unmittelbar nach medienwirksamen Terrorangriffen stark an, flacht dann aber auch schnell wieder ab.“

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