Antworten auf Fragen nach „Herrn Schumacher“

Anhand ausgewählter Werke erläuterte Klaus-Jürgen Walther das Leben und Wirken Emil Schumachers. ▪ Tollnick

HALVER ▪ „Wer ist eigentlich der Herr Emil Schumacher und warum hat er ein eigenes Museum?“ Mit dieser Frage lud der Verein Aktion Kunst Treff (Vakt) für Sonntagnachmittag in seine Räume an der Frankfurter Straße ein. Klaus-Jürgen Walther versprach dort Interessierten die Antwort auf diese und noch weitere Fragen.

In einem knapp eineinhalbstündigen Vortrag gab er detaillierte Informationen über die Person Emil Schumacher und sein Wirken als Künstler. „Als ich mich dazu bereit erklärt hatte, diesen Vortrag zu halten, war mir nicht klar, welche Schwierigkeiten sich hier auftaten“, gestand Walther zu Beginn. Schumacher sei ein Künstler gewesen, der nicht nur in seiner Person, sondern auch in seinem Wirken und in seiner speziellen Auseinandersetzung mit Kunst einige Widersprüche aufweise, die in den meisten Beschreibungen jedoch eher selten genannt würden und erst zum Teil in angemessener Weise aufgearbeitet worden seien. Diese Aufarbeitung sei unter anderem auch eine Aufgabe des Schumacher-Museums, welches – nach zahlreichen Konflikten – im August 2009 in Hagen eröffnet wurde. Das Museum sei das einzige in Deutschland, dass sich speziell und systematisch der „Nichtgegenständlichen Malerei“ widme und damit nicht nur überregional, sondern auch international von Bedeutung sei.

Kritiker, so Klaus-Jürgen Walther, bestritten jedoch bis heute, dass es angemessen sei, für einen einzelnen Künstler gewissermaßen ein eigenes Museum zu errichten, während aufgrund finanzieller Probleme Schulen nicht renoviert werden könnten und es an Kindergartenplätzen fehle. Walther, der seit 35 Jahren in Hagen arbeitet, konnte jedoch aus eigener Erfahrung berichten, dass solche Probleme auch schon weit vor der Idee zu diesem Museum existierten. „Die Probleme scheinen woanders zu liegen“, so der Referent.

Emil Schumacher wurde 1912 in Hagen geboren. Das nationalsozialistisch geprägte Deutschland hinterließ Spuren an seinem Wirken als Künstler. Walther erklärte, dass Schumacher in einem Zitat selbst deutlich machte, dass es aufgrund der politischen Umstände für ihn keine Kontinuität in seinem Wirken gegeben habe: „Keine Entwicklung aus einem stetigen künstlerischen Prozess, sondern einen Bruch in der künstlerischen Biografie, um die tiefe Zäsur der Nazizeit zu überwinden“, wie der Referent Ernst-Gerhard Güse zitierte. So habe Schumacher nach 1945 als einer der Ersten den Aufbruch in die vom Gegenstand befreite Malerei gesucht.

Walthers Vortrag wurde durch verschiedene auf Leinwand projizierte Bilder – wie Portraits und Werke Schumachers – unterstrichen. Als Höhepunkt präsentierte er abschließend ein bislang noch nie in der Öffentlichkeit gezeigtes Original von Schumacher. Woher das Bild stammt, wollte der Referent jedoch nicht verraten.

Dennoch waren die 21 interessierten Gäste von dem Vortrag sichtlich beeindruckt, und so endete der Nachmittag mit viel Applaus und Lob für den Referenten Klaus-Jürgen Walther. ▪ Lena Tollnick

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