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Corona ist weiter Top-Thema: Hohe Inzidenz in dieser Stadt im MK 

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Von: Florian Hesse

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Impfbus macht in Halver Halt.
Überzeugungsarbeit und mobile Angebote könnten die Impfquote verbessern, so die Einschätzung beim Gespräch im Rathaus. © Florian Hesse

Die Corona-Situation auf Bundes-, insbesondere aber auch auf lokaler Ebene war am Dienstag bestimmendes Thema für die SPD-Bundestagsabgeordnete Nezahat Baradari bei ihrem Antrittsbesuch bei Halvers Bürgermeister Michael Brosch. Denn die hohen Inzidenzwerte von zeitweise 180, aktuell wieder 124, werfen Fragen auf.

Halver - Eine „ziemliche Hausnummer“ nannte Brosch zuvor im AA-Gespräch die Infektionslage in Halver mit dem höchsten Wert im Märkischen Kreis. Andererseits sei die Zahl insofern zu relativieren, weil bei kleineren Städten schon eine geringere Zahl von Infektionen für deutlich höhere Werte sorge. Mit diesem Ansatz „reichen sich die kleinen Kommunen schnell die rote Laterne untereinander weiter“, so der Bürgermeister.

Keine Brennpunkte erkennbar

Im Rathaus registriere man aufgrund der Daten des Kreisgesundheitsamtes für Halver keine konkreten Brennpunkte beispielsweise in Betrieben, an Schulen oder in Gemeinden. Zu benennen bei der Häufung seien zwei große Familien und im Übrigen eine breite Streuung. Eine Rolle spielten zudem nach den Herbstferien offenbar Urlaubsrückkehrer aus kritischen Ländern wie zurzeit die Türkei, so eine weitere Erkenntnis. Insgesamt sehe er ein „diffuses Infektionsgeschehen“.

Einig waren sich Brosch und Baradari im Appell an die Bürger, weiter die bekannten Abstands- und Hygieneregeln zu beachten, auch wenn zunehmend gelockert werde.

Sowohl der Bürgermeister wie die Kinderärztin aus Attendorn sehen die Aufhebung der Maskenpflicht an den Sitzplätzen in Schulen mit erheblichen Bedenken. Sehr deutlich formulierte das Baradari: „Auch Kinder infizieren sich vermehrt schwer. Kinder mit vielen sozialen Kontakten in der Schule und in der Kita bleiben die Treiber der Pandemie.“ Und nach wie vor bestehe für die Kinder zumindest im Alter von unter zwölf Jahren noch keine Möglichkeit der Impfung.

Unterschiedliche Meinungen zu Impfpflicht

Unterschiedliche Einschätzungen haben beide an anderer Stelle. Während sich Brosch eine Impfpflicht durchaus vorstellen könnte, hält Baradari sie für politisch nicht durchsetzbar.

Die Impfung gegen Pocken sei schließlich vorgeschrieben, argumentiert Brosch. Doch dass eine Impfpflicht doch noch kommt, hält die Bundespolitikerin für unwahrscheinlich. Sie befürchtet eine Spaltung der Gesellschaft und Gräben, die sich weiter vertiefen könnten. Allerdings: „Es war ein politischer Fehler, dass die Impfpflicht von vornherein ausgeschlossen wurde“, sagt sie im Nachgang. Diese Option hätte man damals offen lassen müssen. Ihr Credo: durch Information und niederschwellige Angebote wie dem Impfen vor Ort die Quote weiter zu steigern, wobei klar sein müsse: „Es gibt Menschen, die wir nicht erreichen.“

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