Anstoß durch den Enkel: Von 0 auf 40 in einem Jahr

Alfred Köhler kann auf eine Vielzahl von weihnachtlichen und winterlichen Figuren und Häuschen verweisen. ▪ Fraune

HALVER ▪ Frisches Stroh ist gerade noch ausgelegt, die gelegten Eier werden am nächsten Morgen geholt und die Hühner kommen langsam zur Ruhe. Doch nicht nur im Nebenraum kehrt gegen 18 Uhr, zwei Tage vor Heiligabend, Ruhe ein. Auch in der Werkstatt von Alfred Köhler ist das Jahr beendet. „Jetzt ist es zu kalt hier. Dann mache ich nichts“, erzählt der 79-jährige Halveraner. Außerdem hat er innerhalb der vergangenen zwölf Monate schon genug getan. Von 0 auf 40 lautet beispielsweise seine Bilanz bei der Herstellung von individuellen Vogelhäuschen. Auch einen Schneemann, einen Elch, Wintersterne oder eine Krippe hat der Rentner während dieser Zeit geschaffen.

Der Beginn des neuen Hobbys Handwerkskunst liegt noch gar nicht so lange zurück. Der Enkel hat dafür gesorgt, dass der Opa nun einen Großteil seiner Freizeit an der neu angeschafften Dekupiersäge steht, das Holz in Form bringt und auf Wunsch auch für die farbliche Gestaltung sorgt.

Die ersten selbst hergestellten Figuren hat der frühere Tankwart immer noch in seinem Gartenhäuschen. Zwei Pinguine, die sich aneinander schmiegen. Auch kleine Welpen, die am Euter ihrer Hundemutter saugen, gehören in die Frühzeit.

Holzbäume, mit Schablonen als Vorlage hergestellt, fehlen ebenso nicht. „Im Laufe der Zeit hat man eine Menge gesägt“, zeigt Köhler auf einen randvoll mit Reststücken gefüllten Behälter.

Der Rohstoff selbst ist Sperr- und Leimholz, bevorzugt Fichte und Kiefer. „Das lässt sich besser sägen.“ Birke wäre auch möglich. Doch hier verweist der 79-Jährige auf die noch fehlende Erfahrung. „Soweit bin ich noch nicht.“ Denn in früheren Jahren war eher gröberes Handwerk gefragt. „Da habe ich nur mit der Kreissäge gearbeitet.“ Nun entstehen hingegen unter anderem filigrane, bewusst individuell hergestellte Häuschen.

Und die gesamte Handwerkskunst aus Halver findet sogar den Weg bis nach Cuxhaven oder Norddeich. So werden Freunde, Bekannte und Verwandte mit kleinen und größeren Kunstwerken bedacht. Denn der finanzielle Aspekt spielt für Alfred Köhler nahezu keine Rolle. „Es ist ein reines Hobby.“ Nur vereinzelt sind die Artikel zu kaufen, wie auch auf dem Martinsmarkt in Oberbrügge, wo der 79-Jährige eine Auswahl präsentierte. Für ihn ist das einfach eine andere Form der Freizeitgestaltung. „Sonst bin ich spazieren gegangen oder habe Pilze gesammelt.“ Doch nachdem gesundheitliche Probleme den Bewegungsspielraum einschränkten, fühlt sich der Hobby-Sänger auch in der kleinen Werkstatt wohl, wo er von seinen Hühnern im Nebenraum Gesellschaft hat. ▪ Marco Fraune

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