Bei Anruf Abzocke: „Bleiben Sie standhaft!“

Sabine Spielmann (rechts) und die Leiterin der Verbraucherzentrale Lüdenscheid, Magdalena Ermert, waren im Rahmen der „Parkgespräche“ im Bürgerzentrum zu Gast. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Diesen „Terror“ kennt wohl jeder: Unliebsame Anrufe unseriöser Firmen können nicht nur stören, sie können auch teuer werden. Wie sich Verbraucher vor Abzocke am Telefon schützen können, erklärten am Donnerstag Sabine Spielmann und Magdalena Ermert von der Verbraucherzentrale Lüdenscheid im Rahmen der „Parkgespräche“ im Bürgerzentrum.

Die Zahl der unlauteren Vertragsabschlüsse am Telefon ist nach wie vor hoch – daran habe auch das Gesetz zur Bekämpfung unlauterer Telefonwerbung aus dem Jahr 2009 nichts geändert. „Wir haben nach wie vor tagtäglich mit Beschwerden zu tun“, erklärte Magdalena Ermert, Leiterin der Lüdenscheider Verbraucherzentrale im Gespräch mit dem AA, ehe Sabine Spielmann ins Detail ging: Sie gab den Besuchern Tipps, wie sie sich vor Telefonwerbung schützen können, was sie im Fall eines unwissentlichen Vertragsabschlusses tun können und worauf es bei zugeschickten Verträgen ankommt – natürlich auf das Kleingedruckte, das seinem Namen nicht selten auf den Rückseiten hochoffiziell wirkender Schreiben alle Ehre macht.

„Wichtig ist: Lassen Sie sich nicht einschüchtern!“, betonte Spielmann. Denn wer nicht zahlt, bekommt mitunter Post von Anwälten oder Inkassunternehmen. Doch so weit muss es bei rechtzeitigem Widerruf nicht kommen. Daher riet Sabine Spielmann den Anwesenden auch, stets auf Auftragsbestätigungen zu reagieren und diese nicht einfach in den Papierkorb wandern zu lassen. Dabei ist Sorgfalt bei der Durchsicht anzuraten: Unseriöse Unternehmen gestalten ihre Post durchaus bewusst als vermeintliche Werbung, die dem Empfänger aber teuer zu stehen kommen kann.

Ob Gewinnbenachrichtigungen, Anwerbung zu Lottospielgemeinschaften, Telekommunikationsverträge oder Zeitschriftenvertrieb – die Palette der Angebote per Telefon ist breit gefächert. „Aber niemand hat etwas zu verschenken. Die Firmen wollen vor allem Ihre Daten haben“, so Sabine Spielmann. Ist die Kontonummer erst einmal herausgegeben, lassen sich Geldbeträge leicht abheben. Summen von 30 bis 60 Euro würden dann in der Masse der Abbuchungen untergehen. Daher der Tipp: Kontoauszüge sollten regelmäßig kontrolliert werden – denn Beträge können innerhalb einer Sechs-Wochen-Frist zurückgebucht werden.

Natürlich gab es im Anschluss an die Ausführungen Spielmanns noch die Gelegenheit, ausführlich persönliche Erfahrungen mit Call-Centern, Gewinnspielbenachrichtigungen & Co. auszutauschen. Einen wertvollen Tipp gab Sabine Spielmann den Besuchern des Bürgerzentrums „Am Park“ dabei auch auf den Weg: „Die Verkäufer wissen, wie sie reden müssen. Bleiben Sie standhaft!“ ▪ Frank Zacharias

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