Angel-Veranstaltung schlägt hohe Wellen

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Der Angelpark von Marcus Rade in Schwenke. Hier soll am 30. März die „Iron Trout Trophy“ ausgetragen werden.

Halver - Es steht Aussage gegen Aussage. Die „Iron Trout Trophy“ in Halver erregt derzeit die Gemüter, nicht nur bei Anglerfreunden. Die Tierschutzorganisation Peta wandte sich unlängst mit einem Aufruf an die Presse, in dem sie den Anglerwettbewerb im Angelpark Brede in Schwenke am 30. März verhindern will. Der Vorwurf: Die Veranstalter verstoßen gegen das Landesfischereigesetz.

Von Friederike Domke

Genauer gesagt gegen den Paragraphen 50, demzufolge das Wettfischen verboten ist. Und das genau, so behauptet es Peta, sei bei der in Halver ausgetragenen „Iron Trout Trophy“ der Fall: „Am Morgen versammeln sich 30 bis 50 Angler am Gewässer und versuchen, in mehreren Runden so viele Fische wie möglich oder zahlreiche sehr schwere Fische zu angeln“, so die Peta. Wer das meiste Gewicht auf die Waage bringe, werde „Troutmaster“ des Tages. Bei insgesamt sieben Veranstaltungen – darunter auch eine in den Niederlanden – qualifizierten sich zwei Teilnehmer für das im November geplante „Abschlussfischen“. Der dortige Sieger werde „Troutmaster 2014“ und erhalte ein Preisgeld.

Diese Aussagen stimmen laut Katrin Sänger von der veranstaltenden Firma Sänger in Waldsolms nicht. Gegenüber dem Allgemeinen Anzeiger betont sie, dass es sich bei der Trophy um eine Veranstaltung handele, die „den jungen und auch älteren Anglern die Gelegenheit geben soll, sich über ihr Hobby auszutauschen.“ Ein Wettbewerb oder gar eine Sportveranstaltung fände in keinster Weise statt. Der Fischbesatz werde entsprechend den Quarantänevorschriften am Vortag in die Gewässer gesetzt und jeder Angler müsse eine gültige Lizenz, ein Fischbetäubungsgerät sowie ein Gerät zum Abstechen und einen Unterfangkescher mit sich führen. Das vorschriftsmäßige Töten des Fisches stünde dabei an erster Stelle: „Unser Mitarbeiter, der sich um die Organisation kümmert, stellt sicher, dass die Fische mit dem Unterfangkescher gelandet, mit einem Schlag auf das Nachhirn betäubt und entsprechend dem Gesetz mit einem Herzstich getötet werden.“ Der Fang werde in Kühlboxen gelagert. Am Ende der Veranstaltung würden die Angler gebeten, eine Fischspende für den ortsansässigen Verein „Die Tafel“ zu hinterlegen. Ehrengaben des Sponsors würden anhand der Platzkarten verlost. Somit hätten laut Sänger alle Angler die Möglichkeit, „noch ein nettes Präsent mit nach Hause zu nehmen“.

Veterinäramt ist eingeschaltet

„Wir kennen diese Veranstaltungen. Uns liegt Videomaterial vor. Da möglichst viele Fische gefangen werden müssen, gerät das sorgsame und schnelle Töten der Tiere schnell in den Hintergrund“, sagt hingegen Dr. Tanja Breining, Peta-Kampagnenleiterin für Meerestiere. Viele Tiere erstickten qualvoll.

Die Kritik der Peta begründet Dr. Breining mit der Ausschreibung zur „Iron Trout Trophy“, die der Tierschutzorganisation vorliegt. Darin schreibe Trophy-Veranstalter Klaus Illmer von der Firma Sänger von einem sogenannten „Qualifying“, das so lange dauere, „bis die ersten zwölf Angler jeweils fünf Fische gefangen und bei der Jury vorgezeigt haben“. Das Finale des jeweiligen Tages werde, so ist der Ausschreibung, die Peta vorliegt, zu entnehmen, 45 Minuten dauern. Und weiter: „Der Angler, der in dieser Zeit den schwersten Fisch fängt, gewinnt die Trophy und trägt den Titel Troutmaster. Prämiert werden die schwersten Fische, das höchste Gesamtgewicht, die meisten Fische und Platzierungen. Zudem werden Sponsorenpräsente im Wert von weit über 1000 Euro an die erfolgreichsten Teilnehmer überreicht.“

Die Peta spricht sich in ihrerer Mitteilung gegen die „tierverachtende Veranstaltung“ aus und appellierte an das Veterinäramt in Lüdenscheid, die Veranstaltung zu verbieten. Wie Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises, auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers sagte, hätten die zuständigen Mitarbeiter des Veterinäramtes die Angelegenheit aufgenommen. „Wir haben dem Angelparkbetreiber in Halver einen Anhörungsbogen zukommen lassen.“ Daraufhin habe dieser versichert, dass die Anschuldigungen von Peta nicht korrekt seien, so Klein. Und so steht Aussage gegen Aussage. „Unsere Veterinäre werden am Veranstaltungstag vor Ort sein und die Sachlage überprüfen“, bestätigte Klein. „Sobald eine Wettbewerbssituation vorliegt, haben unsere Mitarbeiter alle Möglichkeiten, die Veranstaltung zu stoppen und rechtliche Schritte einzuleiten.“

Die Tierschutzorganisation Peta möchte aber noch einen Schritt weiter gehen: „Sollte die Iron Trout Trophy in Halver stattfinden, werden wir Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstatten. Wegen des Verstoßes gegen das Landesfischerei- und das Tierschutzgesetz“, betonte Dr. Tanja Breining das Bestreben von Peta.

Marcus Rade, Inhaber des Angelparks Brede in Schwenke, sagte gegenüber dem Allgemeinen Anzeiger, dass es auf seiner Anlage definitiv nicht zu einer Wettangel-Veranstaltung kommen werde. Auch er wies die Vorwürfe der Peta als haltlos zurück. „Auf meiner Anlage werden alle geltenden Gesetze eingehalten, ich habe nichts zu verbergen.“ Und das habe er auch dem Veterinäramt so gesagt. „Ich habe die Mitarbeiter eingeladen, am 30. März zu mir auf die Anlage zu kommen, um sich vor Ort davon zu überzeugen.“

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