Angeklagter gesteht Messerstich und Überfall

HALVER/HAGEN ▪ Ein Messerstich in die Lunge und ein Überfall auf ein Sonnenstudio hatten Ümit K. vor das Landgericht Hagen gebracht. Seit Freitag muss sich der 21-jährige Halveraner wegen versuchten Totschlages, gefährlicher Körperverletzung und räuberischer Erpressung verantworten.

Der Angeklagte zeigte sich aber geständig und räumte ein, am 10. Dezember vergangenen Jahres in seiner Wohnung in Halver dreimal auf das 17-jährige Opfer eingestochen zu haben. Auslöser sei wohl ein Streit zwischen dem Angeklagten und dessen Bruder gewesen. In den habe sich der Geschädigte eingemischt. „Ich wollte nur in das Bein stechen, nicht in den Oberkörper. Ich wollte seinen Oberschenkel treffen, so zur Abschreckung“, erklärte der Halveraner. Dass er das Opfer nicht nur am Bein getroffen hatte, habe er gar nicht gemerkt. Dann habe er eine Menge Blut gesehen. „Da habe ich mir gedacht, lieber weg.“ Die Tat beschrieb der 21-Jährige als „Kurzschlussreaktion“.

Darüber hinaus warf ihm die Staatsanwaltschaft vor, am 15. Dezember gegen 19.40 Uhr ein Sonnenstudio in Halver überfallen zu haben. Dabei soll der Angeklagte mit einem Tuch maskiert und mit einem Schreckschussrevolver bewaffnet gewesen sein. Auch diese Tat gab er sofort zu. „Ja das stimmt. Ich hatte kein Geld mehr und keine Drogen“, so der 21-Jährige. Mit dem vorgehaltenen Revolver habe er die Angestellte dazu gezwungen, das Geld aus der Kasse in einen Rucksack zu werfen. Insgesamt hatte Ümit K. 303,05 Euro erbeutet. Den Betrag habe er später in Amphetamine und „Gras“ investiert. „Ich wollte mich stellen, aber da kam schon das SEK. Ich habe eigentlich niemandem schaden wollen“, beteuerte er. Das Opfer bestätigte im Zeugenstand den Streit zwischen den Brüdern. Gemeinsam mit einem Freund habe er versucht, die beiden auseinander zu bringen. „Dann wollte mich der Angeklagte angreifen. Da habe ich ihn festgehalten und auf das Sofa gedrückt, um ihn zu beruhigen. Dann haben wir uns noch ein bisschen gestritten, weil er mich beleidigt hat. Er meinte, er könne mich mit einem Schlag umbringen. Daraufhin hat er mir an den Hals geboxt, passiert ist dabei nichts. Ich hab mich auf’s Sofa gesetzt und er ist weggegangen. Dann kam er mit dem Messer wieder. Es war ein Küchenmesser. Als ich das Messer gesehen habe, war ich so geschockt, dass ich erstmal versucht habe wegzulaufen, aber die Tür war abgeschlossen“, erinnerte sich der 17-Jährige. Dann habe er einen Stich im Rücken gespürt. Auf dem Sofa sei er dann bewusstlos geworden und erst wieder im Flur zu sich gekommen. Eine Woche lang habe er im Krankenhaus gelegen, weil ein Stich die Lunge getroffen hatte. Auch heute habe er noch Schmerzen im Bein und im Brustkorb. Zudem wache er nachts ab und zu schweißgebadet auf. Am Mittwoch, 15. März, wird der Prozess fortgesetzt. ▪ jape

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