Waffenfund bringt Strafbefehl

Weil in seinem zwangsversteigerten Haus Waffen gefunden wurden, sollte sich ein 61-Jähriger vor Gericht verantworten.

HALVER ▪ Der Fund chemischer Stoffe in einem zuvor zwangsversteigerten Haus an der Heerstraße hatte am 23. Dezember vergangenen Jahres zu einem Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und Rettungssanitätern geführt (wir berichteten). Am Mittwoch sollte sich der ehemalige Hauseigentümer vor dem Amtsgericht in Lüdenscheid verantworten. Grund: Neben den Chemikalien waren auch einige Waffen gefunden worden.

Auch mehr als eine halbe Stunde nach Prozessbeginn blieb der Platz auf der Anklagebank aber leer. Vom 61-Jährigen keine Spur. Zu einer Strafe kam es trotzdem. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Schöffengericht einen Strafbefehl mit einer Geldstrafe in Höhe von 1350 Euro gegen den Angeklagten.

Nachdem der Mann in die Insolvenz geraten war, war sein Haus an der Heerstraße zwangsversteigert worden. Im Dezember waren Chemikalien in dem Gebäude sichergestellt worden. Im Januar dieses Jahres war der neue Eigentümer zudem auf ein verändertes Maschinengewehr, ein Federdruckgewehr, ein Repetiergewehr und eine Schreckschusspistole gestoßen, woraufhin er sich mit dem 61-Jährigen in Verbindung gesetzt hatte. Dieser hatte sofort reagiert und die Waffen freiwillig bei der Polizei abgeliefert. Dort hatte er erklärt, dass er davon ausgegangen sei, die Schusswaffen seien nicht funktionsfähig. Schließlich war es aber doch zu einer Anzeige wegen unerlaubten Besitzes und unerlaubten Erwerbs von Waffen gekommen.

Am Mittwoch sollte sich der Angeklagte deshalb vor dem Amtsgericht verantworten. Doch er blieb dem Verhandlungssaal fern, trotzdem ihm die Ladung ordnungsgemäß zugestellt worden war, wie der Vorsitzende feststellte. Ein zum Prozess aus Düsseldorf angereister Sachverständiger erklärte kurz, dass das veränderte Maschinengewehr nicht schussfähig war. Zudem habe der Angeklagte über keinerlei Munition verfügt.

Bislang war der 61-Jährige noch nie strafrechtlich in Erscheinung getreten. Schließlich entschied das Gericht, einen Strafbefehl gegen den Angeklagten zu erlassen. Zudem trägt er die Kosten des Verfahrens. Und so konnten sowohl der Sachverständige als auch der pünktlich aus Halver erschienene neue Hauseigentümer, der als Zeuge geladen war, unverrichteter Dinge den Heimweg antreten. ▪ Jana Peuckert

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