Stadt Halver startet Ausschreibung für die Breitbandversorgung

HALVER ▪ Die Stadt will mit einem Telekommunikationsanbieter einen Kooperationsvertrag abschließen. Ziel ist die Bereitstellung von Breitbandanschlüssen mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 6000 kBit/s (Herunterladerate, „downstream“) und 384 KBit/s (Hochladerate, „upstream“) in den als unterversorgt geltenden Stadtteilen von Halver. „Für Gewerbegebiete wie Langenscheid, Oeckinghausen und Löhbach sowie weitere Gewerbestandorte sollen Leistungsangebote (zum Beispiel synchrone Übertragungswege) möglich sein.“ Um beides zu erreichen, ist jetzt eine öffentliche Ausschreibung angelaufen. Bis zum 28. Juni haben Netzbetreiber Zeit, ein Angebot abzugeben.

Damit sollen sich nicht nur die Telekom oder auch die Dokom um die Breitbandversorgung in den ländlichen Gebieten verdient machen können, sondern auch andere Anbieter ihren Hut in den Ring werfen. „Wir werden mit allen sprechen“, erklärt Peter Kaczor, im Bau-Fachbereich für die Ausschreibung zuständig. Er rechnet damit, dass vier bis fünf Konzepte beziehungsweise Angebote eingereicht werden. Denkbar sei nicht nur das Verlegen von Glasfaserkabeln, sondern auch eine Funklösung.

Ob nach der Ausschreibung auch ein Zuschlag erteilt und damit eine Umsetzung auf den Weg gebracht wird, steht noch nicht fest. Dies ist auch eine politische Entscheidung. Kaczor: „Wir gucken, wo die Prioritäten liegen.“ Neben der Kostenfrage stelle sich auch die inhaltliche Frage, ob also eher der Bereich Sport, Schule, Straßen oder eben die Kommunikationstechnologie gefördert werden soll.

Während bei der Ausschreibung noch auf die KII-Mittel hingewiesen wird, mit denen die Beihilfe für die Umsetzung des Projekts finanziert werden könnte, blickt Kaczor bereits auf einen Plan B. „Es stellt sich die Frage, ob wir irgend etwas ohne Beteiligung der Stadt hinbekommen.“ Soll heißen: Besonders mit Blick auf Gewerbegebiete könnte sich die Breitbandtechnologie auch ohne städtischen Zuschuss für den Netzbetreiber rechnen. Erst einmal wird angesichts der noch nicht endgültig komplett vergebenen K II-Mittel aufs Tempo gedrückt. „Der Netzbetreiber muss mit der Realisierung der Versorgung spätestens bis zum Ende des Jahres 2010 begonnen und sie spätestens 2011 abgeschlossen haben.“ Dass der Bedarf besteht, darauf weist die Stadt hin. So habe eine Ermittlung ergeben, dass voraussichtlich mit etwa 300 neuen Kunden für einen Anbieter von Breitbandanschlüssen gerechnet werden kann. „Unter Hinzunahme der mit dem Basisdienst versorgten Gebiete, besteht ein Verbesserungsbedarf an Übertragungsleistungen bei zirka 3000 Wohn- beziehungsweise Gewerbeeinheiten.“ ▪ Marco Fraune

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