Gespräche über Projekt in Halver laufen

Fotovoltaik-“Park“ an der B229?

Zwischen Heesfeld und Oeckinghausen ist eine erste Freiflächenanlage für Fotovoltaik geplant.
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Zwischen Heesfeld und Oeckinghausen: Geplant ist dort eine erste Freiflächenanlage für Fotovoltaik. Diese Maßnahme ist Teil des Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Halver.

Im Bereich des Gewerbegebiets Susannenhöhe zwischen Heesfeld und Oeckinghausen könnte Halvers erste Freiflächenanlage für Fotovoltaik (PV) entstehen. Im Gespräch ist eine Fläche am Südhang zur Bundesstraße 229 in einer Größe von 1,2 Hektar.

Halver - Im städtischen Klimaschutzkonzept, das der Rat in seiner letzten Sitzung im Dezember verabschiedet hat, ist das Vorhaben verankert als „Pilotprojekt: PV-Freiflächenanlage mit Beteiligungsmöglichkeiten“. Im Hintergrund laufen bereits länger die Gespräche zwischen möglichen Beteiligten und Institutionen. Überwiegende Eigentümer der Flächen sind der Verein Heesfelder Mühle und die Stadt Halver selbst.

Oberstes Ziel ist die Einsparung fossiler Energie durch den Einsatz von Fotovoltaik. Dem hat sich die Stadt mit dem Klimaschutzkonzept verschrieben. Darüber hinaus geht es aber auch um lokale Wertschöpfung und die Schaffung von Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger. Damit wären auch die anliegenden Unternehmen im Boot, für die sich die Gelegenheit eröffnen könnte, ihren Bedarf an Energie oder zumindest Teilen davon vor Ort abdecken zu können – mit der Sonnenkraft über Oeckinghausen.

Stadt führt Gespräche mit dem BUND

Zum Thema habe es bereits mehrere Treffen mit Unternehmern und auch mit dem BUND gegeben, vertreten durch Klaus Brunsmeier von der Heesfelder Mühle und Mitglied im Bundesvorstand des Umweltverbandes, wie Kämmerer Markus Tempelmann auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers erläutert. Weiteres Ziel des Projekts soll sein, die Akzeptanz in der Bürgerschaft für derartige Anlagen zu erhöhen und so die Bereitschaft zu schaffen, auch für das eigene Hausdach über die Möglichkeit der Stromerzeugung nachzudenken. Auch dies müsse man auf möglichst breiter Front unterstützen, um zur angepeilten Reduzierung von Treibhausgasen zu kommen, sagt Brunsmeier.

Aus Brunsmeiers Sicht geht es indirekt auch um Wirtschaftsförderung und darum, energiehungrige Betriebe in der Region zu halten. Das Argument, mit ökologisch einwandfreiem Strom zu arbeiten, spiele für Unternehmen wie auch für deren Kunden eine zunehmende Rolle. „Die Region verschläft das im Moment“, mahnt der BUND-Schatzmeister angesichts des Trends, dass viele Firmen dem günstigen Strom „hinterherziehen“.

Kämmerer hofft auf EEG-Umlage

Was an der Susannenhöhe sinnvoll und machbar ist, wird darum zurzeit ausgelotet. Eine große Rolle spielt dabei die EEG-Umlage, das heißt, das Erneuerbare Energien-Gesetz. Von der Umlage befreit sind zurzeit Anlagen an Autobahnen, Bahnstrecken oder sogenannten Konversionsflächen. Bundesstraßen wie im Fall Susannenhöhe zählen nicht dazu, sodass der produzierte Strom bei einer Einspeisung zunächst umlagepflichtig würde. Eine Änderung im Sinne der Nutzer und im Sinne des Klimaschutzes wäre daher sein Wunsch an den Gesetzgeber, sagt Tempelmann.

Anders verhält es sich, wenn die erzeugte Energie in den Eigenverbrauch fließt. Das könnte an der Susannenhöhe mit den anliegenden Unternehmen ebenso der Fall sein. Mit Stand von jetzt könnte am Gewerbestandort im Osten Halvers eine Anlage mit einer Spitzenleistung von 750 Kilowatt entstehen. Bis zu dieser Größenordnung muss der Strom selbst vermarktet werden.

Im städtischen Klimakonzept wird damit von einem theoretischen Ertrag bei einer PV-Freiflächenanlage dieser Größenordnung von 633 Megawattsunden im Jahr ausgegangen und einer Einsparung von 397 Tonnen CO2 im Jahr. Die investiven Kosten beziffert das Konzept mit rund einer Million Euro plus Nebenkosten. Tempelmann erwartet Bewegung in der Angelegenheit noch in diesem Jahr. Das Konzept sieht einen Durchführungszeitraum von 2022 bis 2023 vor bei einem sehr guten Verhältnis von Aufwand, Kosten und Nutzen. Zu hohen Einsparungen an Treibhausgasen käme die Strahlkraft und Vorbildfunktion einer solchen Anlage.

Die Susannenhöhe könnte nach Abschluss der rechtlichen und wirtschaftlichen Prüfungen als Blaupause dienen, so etwas auch an anderen Stellen der Stadt umzusetzen, sagt der Kämmerer.

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