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Tödlicher Stromschlag: Verfahren gegen Mann aus Halver wird eingestellt

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Von: Olaf Moos

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Statue Justizia
Tödlicher Stromschlag: Verfahren gegen Mann aus Halver wird eingestellt © David-Wolfgang Ebener

Einige Fragen bleiben unbeantwortet, doch das Strafverfahren gegen einen Halveraner wird eingestellt.

Halver - Der tödliche Stromschlag, bei dem am 10. Dezember 2020 auf einem Halveraner Bauernhof ein Mitarbeiter des Landwirts ums Leben gekommen ist (wir berichteten), bleibt strafrechtlich ungesühnt. Strafrichterin Miriam Powala stellte das Verfahren gegen den Angeklagten, einen 43-jährigen Elektriker-Meister aus Halver, am Dienstag ein. Eine weitere Aufklärung der Umstände, die zu dem Unfall geführt haben, wird es nicht geben.

Für den Angeklagten stellt das Ende des Verfahrens angesichts des Prozessverlaufs keine große Überraschung dar. Der Handwerker verließ den Gerichtssaal schweigend. Als Geldauflage muss er 1000 Euro an die Staatskasse sowie 1000 Euro an den Lüdenscheider Kinderschutzbund überweisen. Außerdem, so legte die Richterin fest, trägt er neben seinen Anwaltskosten auch die Auslagen der Witwe des Getöteten, die als Nebenklägerin aufgetreten war. Für sie bleibt die Frage der Ursache und vor allem der Schuld an dem tragischen Geschehen wohl für immer unbeantwortet. In einer emotionalen Erklärung sagte die Frau unter Tränen: „Ich habe meinen Mann verloren.“ Das Ereignis sei „kein Blitz gewesen, der vom Himmel kommt“, sondern: „Hier hat jemand einen Fehler begangen, und ich möchte für mich und meine Kinder, dass das aufgeklärt wird.“

Doch Strafverteidiger Dirk Löber bezog sich auf das Ergebnis eines Rechtsgesprächs, das die Verfahrensbeteiligten am ersten Prozesstag geführt hatten. Darin hatte der Vertreter der Nebenklage, Rechtsanwalt Bodo Schäfer aus Kierspe, eine mögliche Einstellung des Verfahrens zwar nicht gebilligt. Die Strafprozessordnung sieht jedoch kein Vetorecht der Nebenklage vor – und der Verteidiger und die Oberamtsanwältin wurden sich bereits so gut wie einig.

Schäfer versuchte dennoch, einen Schuldspruch gegen den Handwerker zu erwirken. Der habe „in mehrfacher Hinsicht gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen“. Und „jeder einzelne Verstoß“ sei als „grob fahrlässig und schuldhaft zu werten“.

Per Beweisantrag wollte er die Vernehmung des Landwirts erreichen, der den Elektriker beauftragt hatte – und auch den Gutachter des Landeskriminalamtes erneut in den Zeugenstand vorladen lassen. Strafrichterin Powala wies die Anträge zurück – „weil die Tatsachen, die bewiesen werden sollen, für eine Entscheidung über eine Verfahrenseinstellung ohne Bedeutung sind“.

Damit setzte sich Strafverteidiger Löber mit seiner Auffassung durch. In einer Erklärung, die er für seinen Mandanten abgab, sprach der Jurist von einem möglichen „Eigenverschulden des Geschädigten“, der die beheizbare Pferdetränke selbst baulich verändert habe. Zudem müsse im Fall weiterer Ermittlungen geprüft werden, ob eine weitere Firma, die auf dem Bauernhof tätig war, für den Tod des Arbeiters verantwortlich sein könnte.

Doch das alles bleibt vor dem Hintergrund der Verfahrenseinstellung nun ein ungelöstes Rätsel.

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