Alter Markt: „Es ist alles in der Schwebe“

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„Der jetzige Zustand des Alten Markts ist untragbar“, sagt Matthias Clever, Sprecher des Vereins Naturbühne Alter Markt.

Halver -  Wie geht es weiter am Alten Markt? Sicher ist, dass die Verabschiedung des Verkehrskonzeptes die Zukunft des Innenstadtplatzes maßgeblich beeinflussen wird. Nicht sicher scheint aber derzeit, wer sich der Gestaltung und Bewirtschaftung des Alten Marktes annehmen wird.

Es gibt Unstimmigkeiten zwischen der Stadt und dem Verein Naturbühne Alter Markt. „Wenn wir wissen, wie sich die Verkehrsführung entwickelt, können wir ein Konzept für den Alten Markt erarbeiten“, sagte Thomas Gehring in der vergangenen Woche in der Ausschusssitzung für öffentliche Einrichtungen. Dass das Vorankommen am Alten Markt zwangsläufig an die Verabschiedung des Verkehrskonzeptes für die Innenstadt gebunden ist, bestätigt auch Matthias Clever, Sprecher des Vereins Naturbühne Alter Markt. Er und seine Vereinskollegen pochen auf eine zügige Entscheidung, „damit sich die Gestaltung des Alten Marktes nicht noch weiter hinauszögert.“ Denn auch die Arbeit des Vereins könne derzeit nicht vorangehen. „Uns sind die Hände gebunden.“

Doch offensichtlich steht die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Naturbühne-Verein derzeit in Frage. Im Ausschuss hatte Thomas Gehring gesagt, dass man derzeit „noch keinen verlässlichen Partner“ für den Alten Markt gefunden habe, der zudem auch rechtsfähig eintreten könne. „Wir warten darauf, dass sich die Naturbühne am Amtsgericht als Verein eintragen lässt.“ Laut Gehring sei für einen Vertrag zwischen Stadt und Verein die Vereinseintragung unumgänglich. „Wir hatten in diese Richtung Gespräche mit der Naturbühne, sie haben eine Eintragung zugesagt.“ Die jüngsten Gespräche lägen nun ein halbes Jahr zurück, passiert sei seitdem nichts, lautet der Vorwurf, den Gehring gestern im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger formulierte.

„Es ist alles in der Schwebe im Moment“, so Gehring weiter. Mittlerweile habe die Stadt die Pflege des Alten Marktes wieder übernommen und Bänke aufgestellt. Allerdings, so betonte er, sei man dennoch gewillt, dem Verein in Zukunft den Markt vertraglich zu überlassen.

„Wir fordern eine schnelle Lösung“

„Nein, wir sind noch kein e.V., die Eintragung läuft aber“, bestätigte Matthias Clever auf Anfrage des Allgemeinen Anzeigers. Allerdings sei das für ein Weiterkommen auf dem Alten Markt auch nicht von Belang. „Seit viereinhalb Jahren fordern wir einen Nutzungsvertrag zwischen Stadt und Naturbühne, in dem auch die Pflege des Platzes festgesetzt werden soll.“ Eine rechtsgültige Eintragung des Vereins verlange ein solcher Nutzungsvertrag nicht.

Clever: „Was also bisher auf dem Alten Markt unsererseits passiert ist, war auf freiwilliger Basis“ – Stichwort Blumenpflanzung. Und: „Die Pflege des Alten Marktes war noch nie Aufgabe des Vereins Naturbühne.“ Bereits im Oktober 2013 habe er im Rahmen eines Innenstadtforums kritisiert, dass die Auflagen der Stadt die Pflege und Instandhaltung des Alten Marktes schwierig machten, so Matthias Clever. Damals hatte der Verein auch schon Pläne für den Alten Markt vorgestellt, an denen er bis heute festhalte. „Und wenn es dann nicht ordentlich aussieht, sind wir in der Öffentlichkeit die Buhmänner.“

Was allerdings die Eintragung als Verein erfordert, ist der Empfang möglicher Fördergelder aus dem Regionale-Topf. Diese würden aber erst konkret, wenn ein Verkehrskonzept verfasst wurde und das Innenstadtforum einen Vorschlag für den Alten Markt an die Politik herausgegeben hat. „Wir fordern eine schnelle Lösung. Der jetzige Zustand des Alten Marktes ist untragbar und nicht in unserem Sinne“, macht Clever im Gespräch mit dem AA deutlich. „Wir werden das nicht mehr lange so weiter machen.“

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